Archiv für Dezember 2009

Das war 2009: Ein einziger Zahlensalat

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Dezember 2009 von der Flaneur

365 Tage à 24 Stunden macht insgesamt 8760 Stunden - so lang war das Jahr 2009. Was habe ich in dieser Zeit gemacht? Nun , die einen erklecklichen Teil dieser Zeit habe ich im Call-Center (1783:30 Std) und an der Hotelrezeption (276 Std) verbracht. Rechnet man jetzt noch die Zeit für die Arbeitswege zum Call-Center (520 Std) und zum Hotel (46 Std) hinzu, so habe ich 2625:30 Std für das liebe Geldverdienen aufgewendet. Was bei aller Stöhnerei, die ich hier in diesem Blog hin und wieder geäußert habe, insofern ganz okay war, denn schließlich hat sich im Vergleich zum Vorjahr das Minus auf meinem Girokonto verringert und das Guthaben auf dem Sparkonto ist nach oben geschnellt. Und was habe ich mit dem Rest der Zeit angestellt? Mit meiner kleinen Kodak-Knippse war ich unterwegs gewesen und habe 3388 mal auf den Auslöseknopf gedrückt,wobei der 14. 02. 2009 mit 343 Aufnahmen in knapp drei Stunden den absoluten Fotorekord darstellt, aber bei den wunderschönen venezianischen Masken musste ich einfach fotografieren und fotografieren. Und gereist bin ich in diesem Jahr: nach Rostock und nach Bielefeld, nach Lauenburg und Lüneburg, nach Husum und zum Schloss Agathenburg, nach Bremerhaven und zum Bauerndom zu Bardowick, nach Bremerhaven und nach Langeoog und auch der Besuch in Buxtehude und der Kunststätte Bossard sollen nicht unerwähnt bleiben. Wenn ich dann mal zu Hause war und zufälligerweise nicht arbeiten musste oder fotografierend unterwegs war, tja dann habe ich  faul herumgelegen und gelesen. 9.281 Seiten Lektürestoff mussten meine armen grauen Zellen seit dem 1. Januar 2009 irgendwie verarbeiten und über das, was ich da gelesen habe, aber nicht nur darüber, sondern auch was mir sonst noch so  tagtäglich durch den Kopf gegangen ist, über all das habe ich mich in 363 Blogeinträgen ausgelassen. Das Fazit von alldem? 2009 war ein Jahr der Askese und des kulinarischen Verzichts, denn schließlich zeigte am heutigen Sylvestertag die Waage 700 Gramm weniger an als am Sylvestertag 2008. Und so kann ich mich  denn jetzt guten Gewissens meinen Spaghetti widmen, schließlich will ich morgen früh nicht völlig ausgemergelt das neue Jahr begrüßen.

Jürgen Siegmann: Schöne Bescherung

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 30. Dezember 2009 von der Flaneur

Klaus Kipp, Kriminalkommissar bei der Bielefelder Polizei, hat’s nicht leicht. Denn erstens fehlt ihm noch das ultimative Weihnachtsgeschenk für seine Frau und ausgerechnet an den vier Adventssamstagen an denen er sich eigentlich ins Einkaufsgetümmel werfen wollte, machen ihm Ostwestfalens Kriminelle jedes Mal einen Strich durch die Rechnung. So muss sich Kipp in der ersten Geschichte damit herumschlagen, welcher von vier Weihnachtsmännern vor seinen Augen einen Laden überfallen hat, in der zweiten Geschichte geht’s um Erbstreitigkeiten, die für eine Person tödlich enden, mörderisch geht’s auch in Geschichte drei zu, denn dort wird ein Bielefelder Künstler, der in den USA Karriere gemacht hat, auf offener Bühne in der Kunsthalle ermordet und auch im Musikerviertel unterhalb der Sparrenburg geht es beileibe nicht so idyllisch zu, wie man annehmen könnte. Vier locker geschriebene Kriminalstories hat Jürgen Siegmann in diesem kleinen Band versammelt. Genau das Richtige, um sich nächstes Weihnachten die Zeit bis zur Bescherung angenehm zu vertreiben.

E. L. Doctorow: Der Marsch

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 30. Dezember 2009 von der Flaneur

Im Geschichtsunterricht wurde, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, der Amerikanische Bürgerkrieg nur am Rande gestreift und auch im Studium habe ich mich mit diesem Ereignis so gut wie gar nicht beschäftigt. Und so hatte ich bislang nur verschwommene Vorstellungen über das Ausmaß und die Intensität dieses militärischen Konfliktes zwischen dem Süden und dem Norden der Vereinigten Staaten. Erst als ich die entsprechenden Passagen in Osterhammels “Die Verwandlung der Welt” las, wurde mir klar, dass der Amerikanische Bürgerkrieg nicht ein kleines Scharmützel, sondern der erste große, moderne Krieg war. E. L Doctorow hat über diesen Krieg nun einen faszinierenden Roman geschrieben. Die Handlung spielt im letzten Kriegsjahr, die Armee der Südstaaten ist praktisch schon geschlagen und nahezu ungehindert zieht die Armee des Nordens, plündernd, brandschatzend und vergewaltigend, unter Führung von General Sherman, durch Nord- und Süd-Carolina sowie Georgia, um der Südstaatenarmee den letzten, vernichtenden Schlag zu versetzen. Um die Totalität und Grausamkeit dieses Krieges zu erfassen und was er mit den Menschen anstellt, verzichtet Doctorow weitgehend auf das klassische Romangerüst. Stattdessen stellt er uns in Vielzahl von eng miteinander verwobenen Episoden eine Reihe von Personen vor, die alle eins gemeinsam haben: sie nehmen am Marsch von Shermans Armee teil. Und gerade diese Vielzahl von Einzelschicksalen, wie zum Beispiel die des stoischen Chirurgen Wrede Sartorius, der unermüdlich in seinem Lazarettzelt am OP-Tisch steht und wie am Fließband Amputationen durchführt oder die beiden Deserteure Arly und Willi, die zu Beginn des Buches ihre Uniformen im Stundentakt wechseln, um irgendwie zu überleben oder das Schicksal der hellhäutigen Sklavin Pearl, die sich als Trommlerjunge in die Armee der Nordstaaten schmuggelt, aus all diesen Einzelschicksalen macht E. L Doctorow einen vielschichtigen und faszinierenden Roman, dessen Lektüre ich unbedingt empfehlen kann.

Habe die Reißleine gezogen

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Dezember 2009 von der Flaneur

Nachdem ich auch heute morgen klitschnass geschwitzt, mehr tot als lebendig aufgewacht bin und mich gefühlt habe, als ob mich jemand in der Nacht durch den Fleischwolf gedreht hätte, habe ich mich entschieden, mich krank zu melden. Das erste Mal seit dem ich im Februar 2006 dort angefangen habe zu arbeiten, dass ich einen gelben Schein einreiche. Kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich überhaupt das letzte Mal krankgeschrieben war, muss wohl irgendwann in der ersten Hälfte der neunziger Jahre gewesen sein. Insofern war ich für das Gesundheitssystem die letzten Jahre kein Kostenfaktor. Werde jetzt die Erkältung in aller Ruhe auskurieren.

“Was siehst Du schlecht aus”,

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. Dezember 2009 von der Flaneur

meinten heute nacheinander drei Kolleginnen im Call-Center als sie mein offenbar nicht so frisch und munter aussehendes Antlitz erblickten. Und dabei ging es mir im Vergleich zu den beiden voran gegangenen Tagen doch schon um einiges besser. Die Zahl der existenzbedrohenden Hustenanfälle pro Stunde war im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Tagen signifikant gesunken, was sich ebenfalls zum Taschentuchverbrauch sagen ließ. Okay, die Birne fühlte sich immer noch ein wenig matschig an, im Denken war ich heute nicht der Schnellste und der Kreislauf hätte auch ein wenig peppiger sein können, aber mich wegen solcher Kleinigkeiten krankschreiben zu lassen ? Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Werde jetzt erst einmal die kommende Nacht abwarten, morgen habe ich Spätdienst, kann also ausschlafen und dann werde ich weitersehen.

Ein Gutes hat die Erkältung ja,

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. Dezember 2009 von der Flaneur

denn latente Appetitlosigkeit und starkes Schwitzen in der Nacht sorgen dafür dass die Pfunde nur so runterpurzeln, so dass ich rank und schlank aus der Weihnachtsvöllerei kommen werde.

Ganz oben auf meinen Weihnachtswunschzettel

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. Dezember 2009 von der Flaneur

stand der Wunsch nach einer freien Nase und einem Leben ohne Hustenanfälle und der Reduzierung des Taschentuchverbrauchs auf ein normales Maß. Doch leider hatte der Weihnachtsmann kein Einsehen mit mir und so muss ich noch ein Weilchen vor mich hin schniefen und schneuzen, röcheln und husten.

Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen

Kategorie: notiert, geschrieben am 23. Dezember 2009 von der Flaneur

Weihnachtskrippe

Es ist vollbracht, zumindest für mich ist der alljährliche Paketewahnsinn vorbei. Noch habe ich das unablässige Telefongeklingel und die Stimmen der ruhigen und cholerischen Anrufer im Ohr, aber ich merke wie langsam die innere Anspannung nachlässt und der Freude auf ein paar besinnliche, ruhige Tage Platz macht.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachten wünsche ich Euch allen.

Endspurt

Kategorie: notiert, geschrieben am 22. Dezember 2009 von der Flaneur

Noch neun Stunden heißt es morgen im Call-Center zu überstehen und dann kann ich vier Tage lang den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wie man so schön sagt. Sorgen macht mir nur die Zugfahrt nach Bielefeld, aber ich hoffe mal, dass sich bis dahin das Wetter beruhigt hat und die Bahn einigermaßen störungsfrei verkehrt. Zum Glück brauche ich ja nicht durch den Ärmelkanal durch. Denn was sich die Betreibergesellschaft dort geleistet hat ist echt ein starkes Stück.

Prävention ist angesagt,

Kategorie: notiert, geschrieben am 21. Dezember 2009 von der Flaneur

denn der Husten, der mich seit heute morgen befallen hat, der hört sich nicht gut an und deshalb ist ab sofort heiße Zitrone mein Lieblingsgetränk und sicherheitshalber habe ich mir auch noch eine Tüte der bekannten Kräuterbonbons gekauft. Will mal hoffen, dass ich damit über die Runde komme.