Archiv für November 2009

So ein kurzer Arbeitstag

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. November 2009 von der Flaneur

zum Wochenbeginn ist eine feine Sache. Bin heute ein paar Haltestellen eher ausgestiegen und habe einen schönen Abendspaziergang durch Eppendorf gemacht und dabei immer den von der untergehenden Sonne wunderbar rot gefärbten Himmel im Auge gehabt. Schade, dass ich keine Kamera dabei hatte.

Schwarmintelligenz?

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. November 2009 von der Flaneur

Ist das nun purer Zufall oder doch der Beweis für die Existenz der geheimnisumwitterten Schwarmintelligenz, wenn nahezu zeitgleich in drei Blogs,(und zwar dieser und dieser und dieser) die, soweit ich es überblicken kann, nichts miteinander zu tun haben, auf ein und dasselbe Video verwiesen wird ?

Das wird eine besinnliche Adventszeit,

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. November 2009 von der Flaneur

denn in einem großen Rutsch habe ich heute bereits alle Weihnachtsgeschenke besorgt. Okay, ich gebe zu der organisatorische Aufwand hielt sich in Grenzen, da die Präsente bei mir eh nur aus Büchern und Gutscheinen und ein paar anderen Nettigkeiten bestehen, aber immerhin, diese alljährliche Hürde ist genommen und ich brauche mich jetzt nicht mehr ins Getümmel in der Innenstadt zu begeben. Die knapp drei Stunden, die ich heute dort verbracht habe, haben mir bereits gereicht.

Puh, der heutige Arbeitstag

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. November 2009 von der Flaneur

war zwar nicht besonders stressig, aber ich fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht und deshalb geht’s jetzt gleich ins Bett.

Nachdenklich haben mich ein paar Zahlen gemacht,

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 25. November 2009 von der Flaneur

die ich heute in der Zeit gelesen habe. Demzufolge steht die Berufsgruppe der Telefonisten an zweiter Stelle der Berufsgruppen mit dem höchsten Anteil an psychischen Erkrankungen.

Plötzlich, wie aus heiterem Himmel

Kategorie: notiert, geschrieben am 24. November 2009 von der Flaneur

war er da, der Zahnschmerz und nun fuhrwerkt er in meinem linken Backenzahn herum. Schön ist das nicht, bin ja sonst kein Freund von Schmerztabletten, aber in diesem Falle habe jetzt eine genommen, damit ich einigermßen durch die Nacht komme. Mal schaun, wie sich das Ganze morgen anfühlt. Vertraue da ja immer auf meine Selbstheilungkräfte. 

Heute probiere ich es mal andersrum,

Kategorie: notiert, geschrieben am 23. November 2009 von der Flaneur

Gestern abend ganz solide ohne alkoholischen Schlummertrunk früh das Licht gelöscht, als Einschlafhilfe noch ein paar Minuten Theodor Fontanes “Schach von Wuthenow” gehört, was mich auch prompt in Morpheus Arme katapultiert hat, die mich dann heute morgen einfach nicht loslassen wollten, so dass ich prompt verschlafen habe und mal wieder das morgendliche Minimalprogramm durchziehen musste. Jetzt gibt’s gleich ein Gläschen Wein und noch  ein wenig Lektüre, auf dass ich morgen putzmunter, frohgelaunt und voller Tatendrang aus dem Bett springe.

Hoffnung und Trauer,

Kategorie: notiert, geschrieben am 22. November 2009 von der Flaneur
Friedhof Ohlsdorf in Hamburg

wie eng können sie doch beieinander liegen. Heute vor einem Jahr, da saß ich in der Medizinischen Hochschule Hannover am Krankenbett meiner Mutter, die am Vortag von Bielefeld nach dort überführt worden war. Schwach war sie, unendlich schwach, denn die Fahrt und das ganze chaotische Drumherum hatten sie ziemlich mitgenommen, aber immerhin hat sie damals ein paar Löffel Möhreneintopf, die ich ihr gegeben habe, zu sich genommen und jeder Bisssen, den sie aß, war wie ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die meiste Zeit hat sie dagelegen und gedöst und ich habe an ihrer Seite gesessen und ihre Hand gehalten und wie gebannt auf den kleinen Monitor gestarrt, der ihre Blutdruckwerte anzeigte, denn wie waren schlichtweg katastrophal. Und irgendwann, als ich voller Verzweiflung den Monitor anstarrte, hilflos, weil ich nicht wusste, was ich tun sollte, denn kurz zuvor war die Ärztin dagewesen und hatte davon gesprochen, dass sie meine Mutter auf die Intensivstation verlegen und in ein künstliches Koma versetzen müssten, mit dem Risiko dass sie daraus nicht mehr erwachen würde, nun in dieser Situation begannen auf einmal die Werte sich kontinuierlich zu verbessern. Ach, was war ich hoffnungsvoll in diesen Stunden und so bin ich dann auch am Abend wieder zurück nach Hamburg gefahren. Und dann kam um 22:30 Uhr der Anruf von meinem Vater.

Ein Jahr ist vergangen und während ich in den ersten Tagen nach ihrem Tod, nichts denken und nichts fühlen konnte und wie ein Automat meinen Alltag im Hotel und im Call-Center verrichtete, so ging das Leben doch weiter. Vor ein paar Tagen habe ich mich gefragt, ob es gut oder schlecht ist, dass die Trauer und der Schmerz über den Verlust, so rasch in den Hintergrund geraten sind und einer stillen Nachdenklichkeit und Melancholie Platz gemacht haben. Ich weiß es nicht, und vielleicht ist es ja auch falsch diese Frage mit den Kategorien Gut oder Schlecht beantworten zu wollen. Aber immer wenn ich am Abend auf die Uhr schaue und es ist so gegen halb elf Uhr, dann muss ich daran denken, dass sie in diesen Minuten gestorben ist.

Sebastian Fitzek: Der Seelenbrecher

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 21. November 2009 von der Flaneur

Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, wann ich zum letzten Mal eine solch hanebüchene Story wie den Seelenbrecher gelesen habe. Es beginnt schon bei ganz grundlegenden Dingen, dass ich am liebsten das Buch in die Ecke gepfeffert hätte. Ort der Handlung ist eine psychiatrische Klinik, die sich auf dem Teufelsberg, der im Berliner Grunewald liegt. Wegen eines schweren Schneesturms und eines Unfalls, bei  dem der Verteilerkasten der Telekom zerstört wird, ist die Klinik für ein paar Stunden von der Außenwelt abgeschnitten, ja selbst die Handyverbindungen funktionieren nicht. Man beachte, wir befinden uns in Berlin, auf einem Berg. In diese Klinik wird nun der Seelenbrecher, der sich in dem Rettungwagen befindet und der unmittelbar vor der Klinik verunglückt, eingeliefert. Doch kurz vor dem Unfall hatte der Butzemann nichts Besseres zu tun, als sich ein Messer in den Hals zu rammen. Was für ihn nicht weiter tragisch ist, denn der Chef der psychiatrischen Klinik flickt ihn kurzerhand wieder zusammen und wird zum Dank vom Seelenbrecher ermordet. Die Menschen, die sich in der Klinik aufhalten, kriegen rasch mit, dass sich der Seelenbrecher im Gebäude aufhält und ihnen nach dem Leben trachtet. Es beginnt das übliche Katz-und-Maus-Spiel. Türen knallen, Fensterläden klappern im Wind, die Gruppe entzweit sich, verdächtigt sich gegenseitig mit dem Butzemann unter einer Decke zu stecken und als es dann endlich zum Showdown kommt, da zeigt der Autor dem Leser ‘ne lange Nase und plötzlich ist nicht der geheimnisvolle Seelenbrecher der Mörder, sondern der Gärtner oder so was in  der Art. Das muss natürlich erklärt werden und weil der Autor allerlei Bücher und Lexika zum Thema Hypnose und wie diese Technik missbraucht werden kann, das ist dann auch die Methode mit der der Seelenbrecher seine Opfer erledigt, gibt’s dann auch ein derart unglaubwürdiges, unrealistisches Motivkonstrukt, dass mir einfach Augen und Ohren geschlackert haben. Fazit: literarisches Fastfood, zum Zeit totschlagen und wenn keine andere Lektüre vorhanden ist, gut geeignet, ansonsten aber völlig überflüssig.

Technischer Fortschritt

Kategorie: notiert, geschrieben am 20. November 2009 von der Flaneur

Bei manchen technischen Errungenschaften frage ich mich, ob sie nun wirklich ein Fortschritt sind oder nicht. Was sich aber im Vergleich zu vor dreißig oder vierzig Jahren eindeutig verbessert hat, ist die Telekommunikation. Heute hatte ich in der Telefonzentrale eine Dame in der Leitung, die aus Aserbaidschan anrief, was ja nun nicht gerade um die Ecke liegt und die Verbindung war so was von gut, dass ich im ersten Moment glaubte, die gute Frau sitzt neben mir. Wenn ich da an meine Jugend zurückdenke, wo ich Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre beim Mittagessen immer auf WDR 2 das Mittagsmagazin gehört habe und die Liveberichte der Auslandskorrespondenten über weite Strecken in ein unverständliches Krächzen und Rauschen übergingen und man nur die Hälfte verstanden hat, nein, das ist heute doch um einiges besser.