‘ne Flasche Bockbier
Kategorie: notiert, geschrieben am 30. September 2009 von der Flaneurund ‘ne Mettwurststulle, es sind die kleinen Alltagsgenüsse, die einen verloren geglaubten Tag am Ende doch noch entspannt ausklingen lassen.
und ‘ne Mettwurststulle, es sind die kleinen Alltagsgenüsse, die einen verloren geglaubten Tag am Ende doch noch entspannt ausklingen lassen.
Was braucht der gestresste Großstädter, der gewöhnlich mit einem Pappbecher heißer, brauner Plörre in der einen und dem iPhone in der anderen Hand zum nächsten Meeting eilt und dieses epochale Ereignis der Welt in 140 Zeichen mitteilt, was benötigt solch ein Mensch? Gut, manch einer wird nun sagen, einen Schlag in den Nacken, andere würden vielleicht für ein Coffee-to-go-Verbot plädieren. Alles schön und richtig, aber der junge, moderne, vernetzte Großstädter brauch vor allem eines und das ist ein Ort der Entspannung. Und was könnte ein besserer Ort zum Relaxen sein, als eine Alpenwiese. Im Hintergrund die majestätische Bergwelt, die Sonne scheint, es duftet nach wilden Kräutern, es herrscht eine himmlische Stille, man liegt im Gras oben am Himmel zieht ein Adler seine Kreise und wie von selbst taucht man ab in eine andere Welt. Ja und man höre und staune, solch ein idyllischer Ort soll nun in der Hafencity geschaffen werden. Doch wer nun darauf hofft, dass die Betonwürfel am Sandtorkai wieder abgerissen werden und an ihrer Stelle eine schöne, bunte Wiese entsteht, der irrt sich leider. Denn wie es sich für die Hafencity gehört, ist das Projekt Alpenwiese doch etwas abgefahrener. Am schrägsten finde ich dabei die Idee mit dem Bergbach, der das Bild von der Idylle ja erst perfekt machen soll. Ich frage mich nur, wo kommt denn da das Wasser her? Die ölgetränkte Brühe, die da an die Kaimauern schwappt, kann man ja wohl nicht als kristallklares Bergquellwasser verkaufen. Vermtlich wird es täglich per Luftfracht aus den Alpen eingeflogen. Die Schokostreusel auf dem Sahnehäubchen ist aber der beruhigende Hinweis, dass überall im Grase Steckdosen und Wi-Fi-Zugänge versteckt sind. Denn Natur ist ja schön und gut, aber wenn man nicht ins Netz kommt, ist das ja doch Mist.
und das nach einem Tag Arbeit. Zum Glück habe ich morgen meinen freien Tag, um mich von den Strapazen zu erholen. Ansonsten sind die Kunden genauso schräg drauf wie vor meinem Urlaub und in den Zeiten des unaufhörlichen Wandels hat diese Kontinuität auch was Beruhigendes.
die sich für ihre Partei heute ein paar Prozentpunkte mehr erhofft hatten, haben die Stones (nein, in diesem Falle sind nicht Frank-Walter und Peer gemeint) dieses Lied geschrieben.
Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, dann bildete Jan Weilers Erfolgsroman “Maria, ihm schmeckt’s nicht” den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Multikultibüchern in denen, meistens, ein deutscher Mann auf eine Frau aus einem unserer Nachbarstaaten trifft und dieser “clash of cultures” wird dann mehr oder weniger amüsant beschrieben. In Moritz Netenjakobs “Macho Man” geht es um das Thema deutscher Mann begegnet einer wunderschönen, wie sollte es auch anders sein, türkischen Frau, verliebt sich Hals über Kopf in sie, seine Gefühle werden erwidert und nachdem ein paar Hindernisse überwunden wurden, steht dem Happy End am Schluss des Buches nichts mehr im Wege. Doch bis sich am Ende Daniel und seine geliebte Aylin gückselig in die Arme fallen können, hat der Held des Romans, namlich der (werdende) Macho-Man Daniel noch ein paar Lernerfahrungen zu machen. Denn Daniel, Sohn eines Alt-68er-Akademikerpaares, Vater Germanistik-Professor, die Mutter Lehrerin, wurde von seinen Eltern nach den Grundprinzipien der Frauenemanzipation erzogen, schließlich war Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer des öfteren zu Besuch, was ja auch an und für sich nicht schlecht ist, für Daniel aber zur Folge hatte, dass seine Erfolge bei der Damenwelt, nun ja, begrenzt blieben. Und so schildert uns der Autor seinen Helden als schüchternen, leicht hypochondrischen, liebenswerten Trottel, der bereitwillig in jeden Fettnapf tritt, den man ihm vor die Füße stellt. Das beginnt damit, auf welche Art und Weise man eine Blumenverkäuferin in einem Lokal in Antalya abwimmelt oder wie man ein türkisches Familienessen ohne an Völlerei zu sterben, wobei zwischendurch noch die alles entscheidende Frage beantwortet werden muss, welcher turkische Fu?ballverein denn der beste sei, überlebt und endet mit dem Problem, wie man sich angemessen fur den Besuch in einer türkischen Disko anzieht. All das und noch viel mehr erzählt der Autor in sehr lockerer Weise und man merkt es dem Buch an, dass es dem Verfasser offenkundig ungeheuren Spaß gemacht haben muss, mit den Klischees, die die beiden Volksgruppen voneinander haben, zu spielen. Nur eines hat mich an dem Buch gestört und das war die Art und Weise wie sich Daniel und sein Freund Mark unterhalten. Denn sobald sich die beiden begegnen verfallen sie in einen Udo-Lindenberg-Slang, der sich dann so anhört: “Dübndüdüüüü … Ey Daniel, alter Panik-Knochen, wollte nur mal El-Checko-mäßig nachhorchen, was in deinem hammergeilen Lotterleben so gefühlstechnisch abgeht…” (…) “Dübndüdüüüü ! Ey Mark, alter Kastraten-Tenor! Cool, dass du panikmäßig anrufst.” Gut, ich war noch ein eingefleischter Lindenberg-Fan und zur Generation der 30jährigen sind meine Kontakte auch begrenzt, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass selbst die tumbsten männlichen Vertreter dieser Altersgruppe so untereinander reden. Aber abgesehen von dieser kleinen Schwäche ist Macho Man ein durchaus unterhaltsames Buch, das einem an einem trüben Herbstnachmittag durchaus die Stimmung aufhellen kann.
Als jemand der zu Zeiten des Wirtschaftswunders das Licht der Welt erblickte, bin ich mit der Gewissheit groß geworden, dass die Dinge des täglichen Bedarfs in den Läden in nahezu unbegrenzter Auswahl zur Verfügung stehen. Das ist auch meistens der Fall, gleichwohl gibt es immer mal wieder Situationen, wo ich von Pontius nach Pilatus laufen muss, um einen ganz gewöhnlichen Alltagsgegenstand zu kaufen. Diesmal war es eine Einkaufstasche oder ein Einkaufskorb. Der, der mir bislang treue Dienste geleistet hat, fiel nun doch auseinander, so dass jetzt doch ein Ersatz beschafft werden musste. Okay, bis zur Karstadt-Filiale in Eimsbüttel sind es von mir nur ein paar Minuten und da ich den alten Einkaufskorb damals auch da gekauft hatte, wollte ich seinen Nachfolger auch dort erwerben. Nachdem ich die entsprechende Abteilung mindestens dreimal durchforstet hatte und nicht fündig geworden war; es gab weder Körbe, noch irgendwelche andere Utensilien, in denen man seine Einkäufe hätte nach Hause tragen können, abgesehen von diversen Hackenporsches, ab so einen besitze ich ja bereits. Auf meine Nachfrage bei einem der Verkäufer wurde mir dann mitgeteilt, dass man so etwas hier nicht mehr führen würde. Nun gut, dann also auf in die Innenstadt, zum Karstadt-Haupthaus. Gut, dort wurde ich dann nach einigem Suchen auch fündig, aber als ich auf die Preisschilder schaute, verschlug es mir den Atem. Zwischen 40 und 60 Euro sollte ich für einen Einkaufskorb berappen. Das war mir dann doch etwas zu viel an Geld, also raus aus Karstadt und die Mönckebergstraße hoch hin zum Kaufhof. Da kostete ein Einkaufskorb um die 40 Euro, was mir auch noch zu teuer war, denn meine Preisvorstellung bewegte sich so zwischen 20 und 30 Euro. Nun war guter Rat teuer, doch nach einem kurzen Moment des Nachdenkens fiel mir ein es gibt ja noch 1000 Töpfe, den Discounter für Hausshaltswaren aller Art in der Langen Reihe. Also einmal die Wandelhalle im Hauptbahnhof durchquert und wenig später lief ich die Prachmeile St.Georgs, die Lange Reihe, wo ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gewesen war, denn das Ladenlokal von 1000 Töpfe war verriegelt und verrammelt, da die Filiale schon seit langem nach Bahrenfeld umgezogen war und das liegt vom Bahnhofsviertel aus gesehen am Arsch der Welt. Resigniert, die internationalen Einkaufskörbeproduzenten sowie die für den Einkauf von Einkaufskörben zuständigen Einkaufsmanager in unseren Warenhäuser still verfluchend schlich ich die Lange Reihe wieder Richtung Hauptbahnhof lang, bis ich, ich kann es nur als glückliche Fügung ansehen, plötzlich dieses Geschäftes gewahr wurde. Warum ich nun diesen Laden betrat, ich weiß es nicht, entscheidender ist jedoch, dass ich dieses Geschäft gut zehn Minuten später als stolzer und glücklicher Besitzer dieser überaus schicken und praktischen Einkaufstasche wieder verließ. Und den ersten Praxistest hat das Teil auch schon erfolgreich überstanden.
hat mich heute hammerhart erwischt. Die letzten Tage habe ich es ja erfolgreich verdrängt, aber heute war dann nichts mehr zu machen und so langsam muss ich mich mit dem Gedanken vertraut machen, dass es am Montag wieder zurück in die Tretmühle namens Call-Center geht. Zum Glück besteht die erste Arbeitswoche, der Deutschen Einheit sei Dank, nur aus vier Arbeitstagen und dann dürfte ich wohl wieder im Alltagstrott drin sein, der dann, ich habe es gerade ausgerechnet, 132 Tage dauern wird, bis der erste Urlaub 2010 genommen wird (vorausgesetzt meine Urlaubswünsche werden mir genehmigt). In den letzten Urlaubstagen frage ich mich stets, ob ich denn das Beste aus den freien Tagen gemacht habe. Und was dieses Jahr anbelangt, so kann ich mit Fug und Recht sagen, dass es ein rundum gelungener Urlaub war. Nicht nur wegen der schönen Tage auf Langeoog, sondern auch was die Tage zuvor betrifft. Die Tage des offenen Denkmals habe ich gut genutzt, der Riesenchaosberg aus Kontoauszügen, Renten-, Steuer- und Versicherungsunterlagen ist, chronologisch geordnet, in den entsprechenden Aktenordnern verschwunden, neue Anziehsachen habe ich mir gekauft und den lange geplanten Besuch in Bremerhaven habe ich gestern auch erledigt. Also, alles in allem kein Grund um Trübsal zu blasen und wer weiß, vielleicht setze ich mich am Samstag oder Sonntag noch mal in den Zug und fahre nach Cuxhaven, um noch mal eine ordentliche Brise Meerluft zu tanken.
Das musst Du Dir unbedingt anschauen, hat mein Vater mir vor ein paar Wochen, als er für ein paar Tage mit seinem Wohnmobil in Norddeutschland herumfuhr, gesagt und mir von den Havenwelten in Bremerhaven vorgeschwärmt. Und als pflichtgetreuer Sohn folge ich natürlich den Empfehlungen meines Herrn Papa und so habe ich mich denn heute auf den Weg an die Weser gemacht. Das Ganze hat mich stark an die Hafencity in Hamburg erinnert. Auch hier ein altes Hafengebiet, das für seine ursprünglichen Zwecke keine Verwendung mehr findet und jetzt zu einem für diese Gebiete offenbar allgemeingültigen Mix aus Touristenattraktion, Einkaufspassagen, Museen und einer Ansammlung von Bürogebäuden umgewandelt worden ist.
Heute Nachmittag wirkte die Anlage auf mich ein wenig steril und leblos und ich weiss nicht, ob sie bereits fertiggestellt ist oder ob da noch ein paar Bauten hinzukommen. Aber so wie es auf dem grossen Bild ausschaut, mit dem Klimahaus und dem Atlantic Hotel Sail City, haben diese beiden Bauten, so wie sie da alleine am Wasserrand stehen, schon mächtig Eindruck auf mich gemacht. Und nicht zu vergessen die Aussichtsplattform - das ist dieser Querbalken unter dem Mast auf dem Hochhaus. Die Aussicht, die man von dort oben über den Hafen, die Stadt und die Weser hat, allein das war den Besuch wert. Jetzt muss ich nur noch das Klimahaus besuchen, denn dafür reichte heute die Zeit leider nicht.
Was meine Urlaubsansprüche betrifft, so bin ich ein äußerst bescheidener Mensch. Mehr als die drei in der Überschrift genannten Dinge brauche ich nicht für einen geglückten Urlaub. Nun gut, hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen wären nicht schlecht, aber wenn Petrus da mal kein Einsehen mit mir haben sollte wäre das auch kein Drama, Hauptsache es gibt die drei Ws. Lange Rede, kurzer Sinn, es waren mal wieder wunderschöne Tage auf meiner Lieblingsinsel. Habe mich ordentlich durchpusten lassen, dem Meer beim Rauschen zugehört, den Wolken nachgeschaut oder einfach nur am Strand gesessen und in die Ferne geblickt. Und wenn’s mich mal nicht an den Strand zog, aber eigentlich zieht es mich immer an den Strand, aber in den wenigen Stunden wo nicht, da ging’s dann mit dem Rad auf dem Deich entlang oder raus zum Ostende, wo man zwischendurch die höchst fotogenen schottischen Hochlandrinder bewundern kann. Und am Ende des Tages fiel ich dann immer wohlig erschöpft ins Bett. Nur zum Lesen bin ich vor lauter Strandläuferei und meinen Radtouren nicht gekommen, aber lesen kann ich auch zu Hause, Strandwandern aber nur auf Langeoog.
Heute mal wieder ein Beitrag aus der Reihe: Meine Zwangshandlungen/Rituale und ich. Seit Jahren verbringe ich nun schon meinen Urlaub auf Langeoog und irgendwann, es muss wohl so vor sieben, acht Jahren gewesen sein, da hatte ich kurz vor Reiseantritt noch ein Blech Zwiebelkuchen gebacken, das ich aber in der Kürze der Zeit nicht mehr wegfuttern konnte. obgleich ich schon von mir behaupten kann, ein ziemlich großer Zwiebelkuchenfutterer zu sein, insbesondere dann, wenn ich ihn selber gebacken habe. Den Rest bis zur Rückkehr aus dem Urlaub aufzubewahren erschien mir nur als die zweitbeste Lösung, die beste Lösung des Problems war, die übriggebliebenen Kuchenstücke in eine Plastikdose zu packen und mit auf die Insel zu nehmen. Das war rasch erledigt und ich muss sagen, es war eine der besten Ideen, die ich bislang in meinem Leben gehabt habe. Denn wenn ich nach dem ersten langen Strandspaziergang in mein Feriendomizil zurückkehre, dann gibt es für mich nichts Schöneres als bei einem Glas kühlen Weisswein mir das eine oder andere Stück Zwiebelkuchen munden zu lassen. Und was beim ersten Male nur auf einen bloßen Zufall beruhte, wurde bis heute zur liebgewordenen Gewohnheit, so dass sich auch dieses Mal eine große Plastikdose mit lecker Zwiebelkuchen in meinem Reisegepäck befindet.