Ich gestehe, ich bin sensationslüstern. Also, wenn’s in der Elbmetropole irgendetwas Außergewöhnliches zu gucken gibt, am besten umsonst und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und vor allem am Samstag nach dem Frühstück stattfindet, ja dann bin ich dabei. Heute war mal wieder so ein Ereignis, das mich neugierig machte. Die Rede ist vom Red Bull Cliff Diving, einem Wettbewerb des bekannten Brausehersteller, bei dem sich die weltbesten Klippenspringer aus großer Höhe in Seen und Flüsse stürzen. Heute waren diese wagemutigen Helden - ich bin einmal im Leben vom Dreier gesprungen und als ich da oben auf dem Brett stand, dachte ich, okay, ade liebes Leben, das nur mal so nebenbei bemerkt - auf der Rickmers Rickmer, um sich hoch oben aus der Takelage ins Hamburger Hafenwasser zu stürzen.

Nun mag vielleicht der eine oder andere einwenden, dass die eigentliche Mutprobe für die Teilnehmer nicht im Sprung aus der Höhe bestand, sondern vielmehr darin, die ganze Veranstaltung ohne größere Vergiftungsschäden zu überstehen, aber egal, ich wollte mir das Spektakel nicht entgehen lassen und das Ganze natürlich auch fotografisch festhalten, am besten natürlich mit dem Bild von einem Springer, wie er sich gerade waghalsig in der Luft dreht. Soweit die Theorie. Und der Anfang ließ sich ja auch ganz gut an, wie man auf dem Bild links sehen kann. Nur beim eigentlichen Sensationsfoto ist jetzt die Phantasie der Leserinnen und Leser dieses Beitrages gefordert, denn aufgrund der Erdanziehung, die im Hamburger Hafen offenbar ganz besonders ausgeprägt ist, flog mir der Springer, mit rasender Geschwindigkeit, ich hatte noch nicht einmal Zeit, “Halt, Stopp zu rufen” durchs Bild und als ich auf den Auslöseknopf druckte, da machte er schon Bekanntschaft mit dem Hamburger Hafenschlick. Aber wenigstens hat man jetzt einmal einen guten Eindruck von der Takelage eines Segelschiffes.