
Der Hamburger Hafen, wie nähert man sich diesem Gebilde an, das für die einen das Tor zur Welt bedeutet, wo man auf den Hafenrundfahrten mächtige Containerschiffe bwundern kann, für andere steht es, gerade in den letzten Jahren, als riesige Jobmaschine, während es für Dritte als Ausdruck für Natur- und Landschaftszerstörung gilt. Seit 2003 gibt es die Hafensafari, die durch temporäre Kunstaktionen versucht, einen neuen, vielleicht auch genaueren Blick auf den Hamburger Hafen zu vermitteln.
Im Zentrum der Hafensafari 2009 steht die A 7 und zwar ein kleines Teilstück auf der Höhe der Autobahnabfahrt Waltershof. Das ist nun wahrhaftig kein Ort, den man als besonders öund/oder touristisch interessant bezeichnen kann,

wie man hier auf diesem Bild unschwer erkennen kann. Heute fanden die Expertentouren statt und im Nachhinein kann ich sagen, dass sich der Weg in diese Einöde gelohnt hat. Denn auf der ca 1,5 km langen Tour unter oder neben der Stelzenkonstruktion wurden uns durch verschiedene “Experten” höchst unterschiedliche Sichtweisen auf dieses Gelände nahegebracht. So machte die Vertreterin der HHLA mit Nachdruck auf den aus ihrer Sicht dringend erforderlichen Ausbau des Autobahnnetzes im Hamburger Hafen (Stichwort Hafenquerspange) aufmerksam, während gleich darauf eine Feng-Shui-Expertin dieses Gelände als tot bezeichnete oder eine andere Expertin untersuchte gerade, als wir zufälligerweise vorbeikamen, ob sich das Gelände zur Anlage von Kleingärten eignet, da gerade in Zeiten der ökonomischen Krise, es notwendig erscheint, wenn sich die Bewohner der Freien und Hansestadt Hamburg vestärkt selbst mit Gemüse und Obst aus dem eigenem Schrebergarten versorgen. Am Ende der Tour erzählten dann noch zwei Zeitzeugen vom Ende des Dorfes Altenwerder, das in den siebziger Jahren der Hafenerweiterung geopfert wurde. Die Expertentouren finden morgen noch einmal statt. Festes Schuhwerk ist auf jeden Fall anzuraten und was im Rahmen der diesjährigen Hafensafari sonst noch alles unter der A7 stattfindet kann man hier erfahren. Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Projekts. Es war ein witziger, spannender, lehrreicher Samstagnachmittag, der vielleicht etwas trockener hätte sein konnen, aber die wahren Nachfolger von Stanley und Livingstone sind über solche Wetterkapriolen ja eh erhaben 