Archiv für März 2009

Jubel bei Hartz-IV-Beziehern,

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. März 2009 von der Flaneur

sofern sie in Göttingen leben. Denn dort dürfen sie fortan ihr karges Einkommen durch Betteln aufbessern, ohne befürchten zu müssen, dass die paar Euros, die sie damit einnehmen, Ihnen von der Stütze abgezogen werden. Da rede noch jemand von sozialer Kälte in unserem Land.

Lieber Fabio Magnifico,

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. März 2009 von der Flaneur

alss gebürtiger Bielefelder gehöre ich auch zu den Menschen, die unter dem Mythos der Bielefeld-Verschwörung zu leiden haben. Was habe ich mich gefreut, als ich in der Online-Ausgabe der führenden Wochenzeitschrift in diesem unserem Lande las, dass Sie in einem ambitionierten Filmprojekt diesem Mythos auf die Spur kommen wollen. Endlich mal ein Wissenschaftler, der sich den Prinzipien der Aufklärung verpflichtet fühlt und die Wahrheit über die Perle des Teutoburger Waldes ans Licht zu bringen gedenkt. Doch was ich dann am Ende des Interviews von Ihnen hören musste: “Ich glaube, dieser Mythos wird nie sterben.”, nun das hat mir dann doch den Boden unter den Füßen weggezogen.

Wenn mein Nachbar

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. März 2009 von der Flaneur

mal wieder eine seiner berüchtigten Lärmparties feiert, ist das ja schon schlimm genug. Richtig schlimm wird’s aber dann, wenn ich träume, dass ich die Partygesellschaft in meiner Küche antreffe, die sich dort zu einem kleinen Imbiss versammelt hat. Klar, dass ich heute morgen als erstes den Kühlschrankinhalt inspiziert habe. Zum Glück konnte ich keine nennenswerten Verluste feststellen.

Wenn mir nach Stille und Abgeschiedenheit zumute ist,

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. März 2009 von der Flaneur

dann zieht es mich zum Ohlsdorfer Friedhof. Stundenlang konnte ich dann durch die Gräberreihen gehen und mir die aufwändigen Begräbnisstätten anschauen. Die Kamera hatte ich heute auch dabei und wie von selbst fing ich plötzlich an, die Gesichter von Trauer und Schmerz, von Leid und Hoffnung zu fotografieren

Grabfiguren auf dem Ohlsdorfer Friedhof Grabfiguren auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Grabfiguren auf dem Ohlsdorfer Friedhof Grabfiguren auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Gut zwei Stunden war ich in dieser stillen, schönen Welt unterwegs, dann hatte ich meine innere Ruhe wieder gefunden.

Wie ein ausgewrungener Waschlappen

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. März 2009 von der Flaneur

fühle ich mich nach dieser Woche. Aber jetzt genug der Lamentiererei, jetzt ist Wochenende angesagt und die paar freien Stunden werde ich aus vollem Herzen genießen.

Knoten ins Taschentuch

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. März 2009 von der Flaneur

Unbedingt der Library of Congress am Wochenende einen virtuellen Besuch abstatten.

Die Quintessenz des heutigen Tages lautet:

Kategorie: notiert, geschrieben am 25. März 2009 von der Flaneur

Es gibt nichts zu berichten.

Zum Tagesabschluss

Kategorie: notiert, geschrieben am 24. März 2009 von der Flaneur

noch einen kleinen Schlummertrunk, dazu noch ein paar Seiten lesen und das war’s dann wieder mal für heute.

Altbacken und verstaubt wird der Bundestagswahlkampf

Kategorie: Politik, notiert, geschrieben am 23. März 2009 von der Flaneur

nach Ansicht des Elektrischen Reporters werden, der uns in seiner neuesten Sendung, die webgestützte Wahlkampagne von Barack Obama als leuchtendes Vorbild, wie man im Zeitalter von Twitter, Facebook und Youtube um Spenden und Unterstützer wirbt, als leuchtendes Vorbild präsentiert. Selbstverständlich hat Mario Sixtus Recht, wenn er die mediale Verschnarchtheit unserer Politiker kritisiert, andererseits denke ich, dass es neben allen Unterschieden in den Persönlichkeiten der Kandidaten auf beiden Seiten des Atlantiks vor allem die strukturellen Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen und dem bundesdeutschen Parteiensystem sind, die eine Kampagne wie sie Obama in den USA initiiert hat, hierzulande nahezu unmöglich machen. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem bundesdeutschen und einem amerikanischen Wahlkampf besteht meiner Auffassung darin dass Letztere zu einem starken Teil eine Graswurzelbewegung ist. Da müssen im parteiinternen Nominierungsverfahren, das sich ja über viele, viele Monate hinzieht, die entsprechende Anzahl von Delegiertenstimmen, die man zur Nominierung benötigt, eingeworben werden. Und da die Parteien in den USA eher lockere Verbindungen sind im Gegensatz zu den bürokratischen, stark formalisierten Parteiapparaten hier bei uns läuft eine solche Wählerrekrutierung vornehmlich auf freiwilliger Basis ab. Und da sind natürlich die neuen Medien das Mittel, wie man mit relativ geringen technischen und finanziellen Aufwand eine verhältnismäßig große Zahl an Unterstützern gewinnen kann. Ganz verläuft die Kandidatenaufstellung bei uns. Wer kandidieren darf und an welcher Stelle der jeweiligen Landesliste der Kandidat platziert wird, darüber wird im Vorfeld in parteiinternen Diskussionen und Abstimmungsverfahren entschieden und manchesmal wohl auch im Hinterzimmer ausgekungelt. Und auch was die Finanzen angeht, besteht bei den bundesdeutschen Parteien nicht der ausgeprägte Zwang zur massenhaften Rekrutierung von Spendern, da die wichtigsten Einnahmequellen für die bundesdeutschen Parteien die Mitgliedsbeiträge und die staatlichen Zuwendungen in Form der Wahlkampfkostenerstattung sind (mehr dazu hier). Und weil das so ist, wird der Elektrische Reporter wohl noch geraume Zeit warten müssen, bis er mal von solch einen elektrisierenden Wahlkampf zwischen Görlitz und Garmisch-Partenkirchen, wie ihn die USA gerade hinter sich haben, berichten kann.

2286 Seiten für einen Kriminalfall

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 22. März 2009 von der Flaneur

ist eine Menge Stoff und wenn dieser Riesenberg dann auch noch, abgesehen von ein paar Längen am Ende, auch noch superspannend geschrieben ist, dann kann man mit Fug und Recht sagen, dass die drei Romane “Verblendung”, “Verdammnis” und ”Vergebung” von Stieg Larsson ein ausgesprochener Glücksfall für den Krimileser sind. Denn anders als es die Klappentexte sagen, geht es in der Großgeschichte, die Stieg Larsson hier erzählt, nicht um die Arbeit des Ermittlerteams Blomkvist/Salander, sondern einzig und allein um das, was der Computerhackerin Lisbeth Salander in ihrer Kindheit und Jugend widerfahren ist. Mit Lisbeth Salander hat Larsson ohne Zweifel eine faszinierende Frauenfigur in die Krimiszene eingeführt. Hochintelligent, mit einem ausgezeichneten visuellen Gedächtnis ausgestattet, firm in allen Computerdingen und dabei gleichzeitig gegenüber ihrer Unwelt total verschlossen, ist sie nicht der Mensch, mit dem es leicht ist, zusammenzuarbeiten. Diese Erfahrung muss auch der Journalist Michael “Kalle” Blomkvist machen, der, unter dem Vorwand, die Geschichte eines schwedischen Industriellenclans zu schreiben, versucht herauszufinden, warum vor 30 Jahren ein junges Mädchen, das zu der Familie gehört, spurlos verschwunden ist. Auf vielerlei Umwegen kommen der Journalist und die Computerhackerin zueinander und es gelingt ihnen auch den Fall zu lösen.

Von Lisbeth selbst erfährt der Leser nur einzelne Bruchstücke: ihre Mutter, um die sie sich rührend kümmert, lebt in einem Pflegeheim, sie selbst war früher in der Psychiatrie und steht jetzt, weil sie angeblich alleine nicht klar kommt, in Wahrheit arbeitet sie als Researcherin für ein privates Sicherheitsunternehmen, unter der Aufsicht eines Vormundes, zunächst eines älteren Anwaltes, später dann, als dieser seine Mandat krankheitsbedingt niederlegen muss, unter der Aufsicht eines anderen Rechtspflegers, der in ihrem Fall eine wichtige Rolle gespielt hat.

Im zweiten Band “Verdammnis” rückt dann der Fall Salander richtig in den Mittelpunkt der Handlung. Lisbeth wird des Mordes an zwei Journalisten verdächtigt, muss sich vor der Polizei verstecken während Michael Blomkvist alles daran setzt ihre Unschuld zu beweisen.  Jetzt erfährt man auch mehr über Lisbeths Vergangenheit, warum sie gegenüber Behördenvertretern so verschlossen ist, was ihrer Mutter angetan wurde und welche Rolle ihr neuer Vormund damals gespielt hat und warum sie ihren Vater bis auf den Tod hasst.

Im dritten Band “Vergebung” werden dann all die losen Fäden zusammengeführt, was dann zwangsläufig dazu führt, dass dieser Teil der Trilogie weitgehend einen erklärenden Charakter hat und viele Dinge, die in den beiden vorangegangenen Bänden bereits angesprochen wurden, hier noch einmal expliziter ausgeführt werden. Aber abgesehen von den Längen am Ende und zwischendurch gibt es auch immer mal ein paar Seiten, wo die Handlung nicht so recht vorankommt, sind diese drei Bücher das Spannendste was ich seit Michael Pflügers “Operation Rubikon” gelesen habe.