Das ich ein großer Fan der Hamburger Hafenfähren bin, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Doch bis heute beschränkte sich meine Nutzung dieses wunderbaren öffentlichen Verkehrsmittel auf die Linie 62, die zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder verkehrt. Das ist auch, was das Hafen-Gucken betrifft, die beste Linie, schließlich dauert eine Fahrt gut eine halbe Stunde und da kann man schon eine Menge sehen. Aber schließlich gibt’s ja noch andere Fährlinien im Hafen und so habe ich mir gestern Abend gesagt, nutze ich meinen freien Tag morgen und teste mal die Linie 61 nach Neuhof und die Linie 73, die bis zur Argentinienbrücke fährt. An einem ganz normalen Werktag vormittags am Hafen zu sein, das ist gegenüber dem Wochenende ein Unterschied wie Tag und Nacht. Keine Besuchermassen, die sich unten auf den Pontons entlang wälzen, selbst die Ausrufer, die am Samstag und Sonntag, die Touristen in ihre Rundfahrtbarkassen lotsen, hocken lieber in ihren Büdchen und wärmen sich die kalten Finger am heißen Kaffeepott anstatt draußen wild herum zu krakeelen. Die beiden Fahrten dauerten jeweils ca eine halbe Stunde (Hin-und Rückfahrt zusammengerechnet).


Die Fahrt mit der 61er-Fahre Richtung Neuhof ist eher unspektakulär. Von den Landungsbrücken geht’s die bekannte Strecke bis zum Dockland und von dort dann in den Köhlbrand hinein. Ein bisschen mehr zum Gucken gibt es dann bei der 73er-Fähre. Die schippert von den Landungsbrücken zunachst einmal rüber zum Theater am Hafen, von wo aus man einen guten Blick auf die Kehrwiederspitze und den Kaispeicher A hat, und von dort dann in den Reiherstieg hinein, wo man ganz dicht an ein paar kleineren Reparaturwerften vorbei kommt. Grau, diesig und bitterkalt war es oben an Deck und ich habe mir beim Fotografieren mächtig einen abgefroren, aber Spaß hat er dennoch gemacht, dieser Ausflug in die eher unbekannten Gefilde des Hamburger Hafens.