Archiv für Dezember 2008

Mein Jahr 2008

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Dezember 2008 von der Flaneur

Glücklich, also dieses himmelhochjauchzende Gefühl, dass einem die ganze Welt gehört, nein dieses Gefühl habe ich in diesem Jahr nicht verspürt, andererseits war ich aber auch zu keinem Zeitpunkt völlig verzweifelt und am Boden zerstört. Das einschneidendste Ereignis der vergangenen zwölf Monate war zweifelsohne der Tod meiner Mutter. Immer noch muss ich hin und wieder an die letzten Stunden denken, die ich mit ihr verbringen durfte, nichtsahnend das es ihre letzten sein würden. Davon abgesehen war es ein Jahr ohne besondere Ereignisse.  218 mal bin ich ins Call-Center gefahren und wieder zurück, das macht, bei einer Fahrtzeit von 45 Minuten je Strecke, rund 327 Stunden, die ich in der U-Bahn verbracht habe. Im Call-Center habe ich ab Mitte des Jahres meine Stundenanzahl erhöht, was zur Folge hatte, dass ich in diesem Jahr 1.468 Stunden dort verbringen durfte, während es im Jahr zuvor nur 1193 Stunden waren. Diese 275 Stunden Mehrarbeit fehlten mir dann natürlich als Lesezeit. So wenig Bücher wie in diesem Jahr habe ich lange nicht gelesen. Ganz acht Bücher waren es, um die sich in den letzten zwölf Monaten der Bestand meiner Bibliothek erhöht hat. Was die Zahl der gelesenen Seiten betrifft brauche ich mich aber nicht zu verstecken, denn 2008 war lesemäßig eindeutig das Jahr der dicken Wälzer. Allein Thomas Pynchons “Gegen den Tag”, durch das ich mich gut vier Monate durchkämpfte, hatte rund 1.600 Seiten. Da kamen mir die “Geschichte Preußens” von Christopher Clark oder “Der Turm” von Uwe Tellkamp oder Werner Bräunigs “Rummelplatz” bzw. Pasternaks “Dr. Shiwago” mit ihren jeweils 700 bis 900 Seiten fast schon wie Taschenbücher vor. So richtig begeistert hat mich aber keines der Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Aber zwei fand ich doch bemerkenswert. Zum einen “Der Turm” von Uwe Tellkamp und zum anderen von Nigel Hinton “Im Herzen des Tals”, das mich wirklich berührt hat, so präzise und einfühlsam wird dort die Geschichte einer Braunelle erzählt. Wenn ich nicht zu Hause lesend auf dem Sofa lag oder vor dem Rechner hockte, war ich mit meiner kleinen Kodak Z710 in Hamburg unterwegs. Speicherstadt, Hafencity, Hafen, Elbe und der Ohlsdorfer Friedhof waren die Orte, an die es mich immer wieder zum Fotografieren hinzog. 3.399 mal habe ich dann auf den Auslöseknopf gedrückt. Essensmäßig werde ich dieses Jahr mit einem deftigen Linseneintopf beschließen. Wie oft ich dieses eines meiner allerliebsten Lieblingsgerichte in diesem Jahr gegessen habe, habe ich leider nicht notiert. Es war auf jeden Fall weniger als 3.399 mal, denn ansonsten würde das Plus an Körpergewicht mit dem ich dieses Jahr verlasse nicht 1,6 kg sondern etliches mehr betragen.

Noch einen Arbeitstag

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. Dezember 2008 von der Flaneur

morgen und dann noch ein paar Stunden Rückschau halten und dann wäre 2008 auch schon erledigt. Und wenn ich’s mir so überlege, dann sind die vergangenen 364 Tage im Raketentempo vorbeigerast. Aber das scheint wohl generell so zu sein, dass man, je älter man wird, das Gefühl hat, dass die Zeit von Jahr zu Jahr schneller vergeht.

Bitterkalt ist es geworden,

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Dezember 2008 von der Flaneur

doch zum Glück gibt’s ja die segensreiche Erfindung namens Wärmflasche. Da werde ich gleich mal das Bett ein wenig vorwärmen.

Da bin ich ja mal gespannt

Kategorie: Hotel, geschrieben am 28. Dezember 2008 von der Flaneur

Gerade eben, als ich die Prospektauslage im Hotel inspizierte, sah ich, dass im Hotel am übernächsten Sonntag eine Dichterlesung und eine Filmvorführung stattfindet. Sowohl der Autor wie auch die Filmemacherin sagen mir nun überhaupt nichts. Der Roman, aus dem vorgelesen wird, dreht sich irgendwie um das Thema Vergangenheitsbewältigung. Wie das Hotel zu dieser Ehre gekommen ist, weiß ich absolut nicht, vermutlich hat sich die Chefin irgendwie beschwatzen lassen, um durch solche Aktionen das Buchungsloch im Januar ein wenig aufzufüllen. Blöd ist an der ganzen Veranstaltung. dass sie ausgerechnet am Sonntagnachmittag stattfindet und dadurch mit Sicherheit meine Stunden der Ruhe und Einkehr aufs Heftigste gestört werden, aber da muss ich dann wohl durch. Ich bin ja echt mal gespannt, wie groß der Andrang der Hamburger Kulturszene sein wird. Vielleicht muss ich ja einen Haufen wild kreischender Literatengroupies bändigen.

Schwuppdiwupp,

Kategorie: Call-Center, notiert, geschrieben am 27. Dezember 2008 von der Flaneur

nach knapp sechs Stunden Call-Center heute ist das Feiertagsfeeling schon so gut wie verschwunden. Ein paar kleine Reste von diesem wunderbaren Gefühl der Entspannung sind noch vorhanden und die packe ich jetzt mal in mein kleines Schatzkästlein um sie, wenn Not am Mann ist, wieder hervor zu holen.

Das schönste Weihnachtsgeschenk,

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. Dezember 2008 von der Flaneur

das ich mir dieses Jahr selbst gegönnt habe, war, neben der Ilias von Raoul Schrott, dass es mich an allen drei Weihnachtsfeiertagen früh aus dem Bett gezogen hat. Auch heute war ich schon ab halb zehn Uhr in der Stadt unterwegs. Klirrend kalt war es und ein paar Mal habe ich leise vor mich hin geflucht, dass ich Trottel die Handschuhe zu Hause liegen gelassen hatte.

Europa-Passage Musizierender Engel

Alter Elbtunnel St. Pauli Landungsbrucken

Fotomäßig gibt’s mal wieder die üblichen Verdächtigen, denen man begegnet, wenn man vom Jungfernstieg zum Hafen schlendert.

Morgendlicher Weihnachtsspaziergang

Kategorie: notiert, geschrieben am 25. Dezember 2008 von der Flaneur

Bevor sich die Massen nach dem Festtagsschmaus auf die Socken machen, um vor dem Kaffeetrinken wenigstens ein paar Gänsebratenkalorien abzuarbeiten, bin ich durch St. Pauli gebummelt.

Tannenbaum vor Bunker Obdachlose auf St. Pauli

Obdachloser auf der Reeperbahn leeres Glas auf Burgersteig

Still, grau und trist war es, aber ich fand’s schön.

“Und das soll euch als Zeichen dienen:

Kategorie: notiert, geschrieben am 24. Dezember 2008 von der Flaneur

Weihnachtskrippe

Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:

Verherrlicht ist Gott in der Höhe/und auf Erden ist Friede/bei den Menschen seiner Gnade” (Lukas Evangelium)

Ich wunsche Euch allen ein ruhiges, besinnliches und schönes Weihnachtsfest

Einen Weihnachtswunsch habe ich doch noch

Kategorie: notiert, geschrieben am 23. Dezember 2008 von der Flaneur

In Erfüllung wird er leider nicht gehen, dieser Wunsch,  aber schön wäre es doch, wenn pünktlich zum 27. Dezember für die Zeit von vier Wochen alle männlichen Jugendlichen im Alter zwischen acht und 20 Jahren auf eine Insel, irgendwo im Südatlantik, genau in der Mitte zwischen Afrika und Südamerika gelegen, verbannt werden würden. Mangeln soll es ihnen an nichts in dieser Zeit und hier zu Hause würde in den Tagen vor dem Jahresende eine himmlische Ruhe herrschen. Kein Geböller, keine pfeifenden Kanonenschläge, stattdessen einfach nur Stille und Besinnlichkeit. Ach ja, was wäre das schön.

Noch achteinhalb Stunden Call-Center

Kategorie: notiert, geschrieben am 22. Dezember 2008 von der Flaneur

stehen mir morgen bevor und dann beginnt der weihnachtliche Kurzurlaub. Und ja doch, ich freue mich auf die drei stillen Tage in Hamburg.