Stille Tage in Bielefeld
Kategorie: notiert, geschrieben am 30. November 2008 von der FlaneurVon Mittwoch bis gestern war ich in Bielefeld bei meinem Vater gewesen. Stille Tage waren es gewesen, aber ich denke, es hat ihm gut getan, dass ich jemand da war, mit dem er reden konnte, wenn ihm danach war. Und mir hat’s natürlich auch gut getan, mit ihm reden zu können. Am Mittwoch konnten wir uns von ihr verabschieden, bevor sie ins Krematorium überführt wurde. Ein wenig Angst hatte ich schon vor diesem Moment, aber dann lag sie so friedlich und entspannt da. Wir haben noch jeder eine Rose auf den offenen Sarg gelegt, ihre Enkelkinder haben ihr noch selbstgemalte Bilder mit auf die letzte Reise gegeben.
Nur eines ist mir an mir aufgefallen, hat mich nachdenklich gemacht: Die ganze Zeit, seitdem mein Vater mir die Todesnachricht überbracht hat, habe ich kein einziges Mal geweint, selbst als ich am Mittwoch vor ihr stand und ein letztes Mal über ihre Hand strich, selbst da wollten/konnten die Tränen nicht fließen.