Archiv für Juli 2008

Er war nur ein verschwommener Schatten,

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Juli 2008 von der Flaneur

dieser Mann, der mich, wenn ich als kleines Kind bei Oma F. zu Besuch war, auf seinem Schoß wiegte, der mich Jahre später am Schultor abpasste und mir ein 5-DM-Stück in die Hand drückte, da wusste ich schon, dass er mein leiblicher Vater war, zweimal hat er es getan und irgendwie kam es mir falsch vor, dass er, der sich all die Jahre nicht um mich gekümmert hat, plötzlich aus dem Nichts auftauchte und meinte mit einem Geldgeschenk alles wieder gut zu machen. Geprägt durch unzählige Indianergeschichten habe ich dann die Entscheidung, ob ich das Geld annehmen soll oder nicht, Gott überlassen und das 5-DM-Stück auf meinem Nachhauseweg auf einem kleinen Mauervorsprung deponiert. Einmal war es am nächsten Tag noch, das zweite Geldstück nicht mehr. Eine äußerst gerechte Lösung, wie ich immer noch finde. Viele Jahre vergingen, Umzug nach Hamburg, Studium, Arbeit. Und das einzige was mich mit ihm verband war, dass ich seinen Namen trage. Bis sich dann plötzlich das Sozialamt bei mir meldete und mich zu Unterhaltszahlungen für ihn aufforderte. Nun dass habe ich erfolgreich abgewehrt, denn ich bin zwar sehr für familiäre Solidarität, aber Monat für Monat 300 DM zu zahlen für einen Menschen, der sein Leben lang keinen Finger für mich krumm gemacht hat, erschien mir damals und tut heute immer noch nicht besonders gerecht zu sein. Gestern erzählte mir meine Mutter, dass sie durch puren Zufall auf dem Alten Friedhof sein Urnenbegräbnis gesehen hat. Vergangenes Jahr ist er gestorben. Ich weiß nicht, wie er gelebt hat, wie er gestorben ist, ob Freunde, Angehörige ihn auf seinem letzten Weg begleitet haben. Für mich war und ist er ein Fremder, dieser Mann, der mich gezeugt hat. Friede seiner Seele.

Ich liebe Mails von Langeoog

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. Juli 2008 von der Flaneur

die mit “Lieber Flaneur, hiermit bestätigen wir Ihre Buchung …” anfangen. Noch ist es zu früh die Tage zu zählen, aber wenn der August erst einmal überstanden ist, dann kann ich anfangen, die Tage auf dem Kalender zu streichen. Ach quatsch, was red ich da, ich fange schon jetzt an, mich auf die Tage am Meer zu freuen :-)

Ist ja immer spannend zu beobachten,

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Juli 2008 von der Flaneur

wie ein Gewitter heranzieht. Zuerst die drückende Hitze, die Stille, kein Blatt regt sich, am Himmel macht sich ein diffuses Grau breit, das sich nach und nach in ein dunkles, bläuliches Grau verwandelt. Dann die ersten Windstöße, aber noch ist es trocken und es scheint als ob alle mit gespannter Aufmerksamkeit auf die ersten schweren Regentropfen warten.

Vom 3. Weltkrieg sind wir

Kategorie: Entdeckungen, Lektüre, geschrieben am 28. Juli 2008 von der Flaneur

nur noch sechs Jahre entfernt. Zumindest in der Geschichte, die uns ben_ auf seinem Blog Anmut und Demut erzählt. Und demnächst werden wir erfahren, wie es in New York ausschaut, nachdem die Stadt 100 Tage lang gebrannt hat

Spurensuche: Alsterdorfer Str. 523

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. Juli 2008 von der Flaneur

 

Seitdem ich vorübergehend einen Teil meines Arbeitsweges mit dem Bus fahren muss, schaue ich mir im Vorbeifahren immer interessiert dieses Gebäude an. Gestern Nachmittag habe ich mich dann mal auf den Weg gemacht und es fotografiert. Und natürlich wollte ich auch gerne wissen, was sich einst darin befand. Dank dem Internet sind solche Recherchen heutzutage ja ein Kinderspiel. Kurz die Adresse eingegeben und schon hatte ich das Ergebnis: es ist das Alte Krematorium (okay, angesichts des Schornsteins hatte ich das schon vermutet), dessen Entstehungsgeschichte man hier nachlesen. Interessant fand ich, dass es sich um das zweite Krematorium handelte, das in Deutschland gebaut wurde und das die Feuerbestattung überhaupt erst sich im 19. Jahrhundert langsam durchzusetzen begann. Wer etwas tiefer in das Thema Bestattungswesen eintauchen möchte, dem sei dieser Aufsatz empfohlen. Lange Zeit stand das Gebäude leer, zwei Restaurants die sich darin etablieren wollten, mussten mangels Zuspruch wieder schließen. Im kommenden Jahr soll nun ein Schulprojekt dort einziehen. Ein spannender Werdegang, den das Haus zurückgelegt hat: von einem Ort der Trauer und des Todes hin zu einer Stätte des Lebens und Lernens.

Zu den schönsten Genüssen,

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. Juli 2008 von der Flaneur

 

die man sich, mit ein wenig Arbeit, selbst bereiten kann, gehört zweifelsohne ein selbstgebackener Kuchen. Und wenn es nicht gerade aufwändig hergestellte Sahne- oder Buttercremetorten sind, ist das Backen eines Kuchens nun wirklich kein großer Akt. Heute war’s mal wieder soweit und eben habe ich den Ingwerkuchen aus dem Backofen geholt. Gut, oben ist er ein wenig aufgeplatzt, da habe ich ihn wohl einen Moment zu spät aus dem Ofen geholt, aber ich denke, das wird den Genuss nicht trüben.

Die Zubereitung ist kinderleicht. An Zutaten benötigt man:

  • 180 g Zucker
  • 200 g sehr weiche Butter
  • 200 g Mehl
  • 4 Eier
  • 100 g kandidierter Ingwer
  • 1 Prise Salz

Zucker, Butter, Mehl, 3 Eier und ein Eigelb zu einem glatten Teig verrühren. Dann die grob gehackten Ingwerstücke hinzufügen. Das übriggebliebene Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben. Den Teig in eine ausgefettete Kastenform geben und bei 190° ungefähr 40 Minuten backen. Und der Ehrlichkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ich das Rezept von diesem Herrnhabe.

Jetzt muss er noch ein wenig auskühlen und pünktlich zur Kaffeestunde dürfte er dann genießbar sein.

Die Jungs in Gelb lassen mich nicht los

Kategorie: notiert, geschrieben am 25. Juli 2008 von der Flaneur

Sechs Jahre ist es mittlerweile her dass ich bei der Post gekündigt habe und immer noch scheint es da mächtig in meinem Unterbewusstsein zu rumoren. Letzte Nacht war es mal wieder soweit. Intensiv wie seit langem nicht mehr, von der Post geträumt. Briefe sollte ich zustellen, was aber nicht ging, weil ich schon um vier Uhr morgens unterwegs war und zu dieser Zeit die Haustüren noch geschlossen waren. Stattdessen habe ich dann die Postwurfsendungen verteilt (mein Gott, wie habe ich damals als Briefträger diesen Müll verflucht), weil ich die einfach durch die Briefschlitze an den Haustüren werfen durfte. Dann Szenenwechsel: Ich war auf dem Postamt wieder mit meinen alten Kollegen zusammen. Ich musste lange Zeit weggewesen sein, denn vieles hatte sich verändert. Rumgeführt wurde ich durch lange düstere Gänge, riesige staubige Hallen sah ich, in denen die Verteiler saßen und schließlich gelangte ich, über eine mit einer meterdicken Schicht Eis bedeckten Rampe, in den Maschinenraum. Keine Ahnung, was da produziert wurde. Morgens um vier bin ich dann aufgewacht. Hellwach und im ersten Moment wusste ich nicht, wo ich mich befand. Ich bin ja mal gespannt, welche Abenteuer die kommende Nacht für mich bereit hält.

Die Alternative zur Gesundheitsreform?!

Kategorie: notiert, geschrieben am 24. Juli 2008 von der Flaneur

Vor ein paar Tagen las ich einen Artikel zur Gesundheitsreform. Zugegeben, ich hatte mich bislang mit diesem Thema nur am Rande, also gar nicht, befasst. Aber als ich diesen Artikel las, da wurde mir angst und bange. Fortan sorgte ich mich bei jedem kleinen Zwicken hier, bei jedem kleinen Zwacken dort, was mich das in Zukunft wohl kosten würde und die Vorstellung wie demnächst mein sauer verdientes Geld in den Rachen der Gesundheitsindustrie verschwindet, verringerte meine körperlichen Beschwerden nicht, nein, im Gegenteil, es wurde schlimmer und schlimmer. Ich befand mich in einem Teufelskreislauf. Doch soeben wurde ich gerettet. Den Schmerz einfach wegtanzen und -singen, genau das ist es, ja so einfach ist das, und wer es nicht glauben will, der klickt hier.

Das ging ja schnell

Kategorie: notiert, geschrieben am 23. Juli 2008 von der Flaneur

Gestern Abend habe ich endlich meine Buchungsanfragen für Langeoog losgeschickt. Neun Mails waren es und bislang habe ich schon vier positive Antworten erhalten. Tja, jetzt beginnt die Qual der Wahl, die ja ein zentraler Bestandteil der Urlaubsvorfreude ist :-)

Unlängst hatte ich hier ja darüber lamentiert,

Kategorie: notiert, geschrieben am 22. Juli 2008 von der Flaneur

dass mir die Zeit fehlt, all die interessanten Sachen zu lesen, die mir über den Weg laufen. Nun heute Abend hätte ich ausgiebig Zeit zum Lesen, doch was ich stattdessen ? Ich schaue mir einen Film an. Und für was lege ich meine schwergewichtige Lektüre beiseite? Für einen Kultfilm natürlich, darunter geht’s nicht und zwar für diesen.