Archiv für Mai 2008

Sendungsankündigung bei Deutschlandradio Kultur

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Mai 2008 von der Flaneur

Vorhin wurde beim Deutschlandradio Kultur auf dieses Hörspiel hingewiesen. Und da der Autor vor kurzem verstorben ist, wird im Anschluss noch ein Interview gesendet, das laut Ansage “noch zu Lebzeiten des Autors durchgeführt wurde.” Nun, wenn es anders gewesen wäre, hätte mich das schon gewundert und es wäre wohl die Sensation aller Zeiten :-)

Klasse, Hamburg ist schon dabei

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Mai 2008 von der Flaneur

Das Netz ist ja doch eine feine Sache. Auf Spiegel Online habe ich gerade einen Artikel über das Projekt OpenStreetMap, einem nach dem Wikipedia-Prinzip aufgebauten Karten- und Routingdienst, gelesen. Allein das ist ja schon toll, aber noch schöner finde ich das in diesem Zusammenhang an der Uni Bonn gegründete Projekt Openrouteservice, einen Routenplaner für Fußgänger. Ich habe mal getestet, welchen Weg ich einschlagen müsste, wenn ich von Eimsbüttel zum Call-Center gehen würde. Ziemlich kreuz und quer geht der Routenverlauf, aber dafür werden, so weit es möglich ist, die großen Hauptstraßen vermieden. Nur die Zeitangaben sind noch ein wenig schwammig, denn für jeden Streckenabschnitt, egal wie lang er ist, erscheint nur der Hinweis, dass die Gehzeit über einer Minute liegt und das ist für eine zeitliche Kalkulation doch etwas ungenau. Aber wer schaut als Stadtwanderer schon alle naselang auf’s Chronometer.

Langsam wird’s ernst

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. Mai 2008 von der Flaneur

Die Fußball-Europameisterschaft rückt immer näher und dass es jetzt so langsam ernst wird, erkennt man ohne Zweifel daran, dass die Zahl der Autos. die mit Deutschlandfähnchen durch die Gegend fahren von Tag zu Tag höher wird. Vor zwei Jahren, zu Zeiten des Sommermärchens,

da herrschte ja plötzlich über Nacht akuter Fahnenmangel und nicht nur in Eimsbüttel warteten die Fans auf die erlösende Nachricht. Ich bin ja mal gespannt, was für eine Stimmung bei diesem Turnier herrschen wird. Okay, es ist nicht im eigenen Lande, aber Public Viewing soll es in Hamburg geben. Mal schaun, wie in diesen Tagen mein Dienstplan im Call-Center ausschaut und wie häufig ich auf dem Heiligengeistfeld vorbei schauen kann,

Hamburgs Kino mit der besten Klimaanlage,

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Mai 2008 von der Flaneur

nämlich das Freiluftkino auf dem Rathausmarkt, hat nur noch dieses Wochenende geöffnet. Morgen gibt es Thank you for smoking und am Sonnabend wird “Der Teufel trägt Prada” gezeigt. Vielleicht schaffe ich es ja, da mal vorbei zu schauen.

Weltspieltag

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. Mai 2008 von der Flaneur

 

Eigentlich hätte ich es mir ja denken können, dass es auch für diese Selbstverständlichkeit einen speziellen Tag gibt. Aber irgendwie war ich doch etwas überrascht, als ich heute morgen beim Frühstück in der Zeitung las, dass heute der Weltspieltag ist. Und plötzlich waren sie da die Erinnerungen an Kusenbaum, wo ich meine Kindheit verbracht hatte. Ja, ich gestehe, ich bin dankbar, dass ich all diese vielen Dinge damals, fühlen, schmecken, anfassen und riechen konnte. Sauerampfer, frisch vom Straßenrand gerupft und in den Mund gestopft, der nussige Geschmack von Bucheckern, dieser dumpf-mehlige Geruch von gekochten Kartoffelschalen, der am Samstagnachmittag über den Hof von Bauer zog, wenn das Schweinefutter zubereitet wurde, das Schliddern im Winter auf einem zugefrorenen Tümpel, die Nebelschwaden, die im Herbst über den abgeernteten Kornfeldern hingen. Nein, ich will das nicht alles verklären, aber ich denke schon, dass es schön und gut für mich war, die ersten Jahre meines Lebens auf dem platten Land verbracht zu haben und mich beim Spielen nicht auf Wippe und Schaukel beschränken musste.

Noch ein wenig Fußball gucken

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. Mai 2008 von der Flaneur

und dann werde ich mit Lektüre im Bett verschwinden. So schaut mein Abendprogramm aus. Klein und bescheiden.

Wenn man in der Nacht den Albtraum hat,

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 26. Mai 2008 von der Flaneur

dass man am Mittwoch im Call-Center eine Prüfung abzulegen hat und von dieser Tatsache erst Sonntagnacht erfährt und man zu allem Überfluss feststellen muss, dass man die Vorbereitungsunterlagen weggeschmissen hat, dann sollte man besser im Bett liegen bleiben. Aber nein, pflichtbewusst wie ich bin, bin ich dann heute, schwer gezeichnet von den Ereignissen der Nacht, zur Arbeit gewankt, wo mich dann mal wieder das übliche Montagschaos erwartete. Es wurden mal wieder mehr Agenten geplant als Arbeitsplätze zur Verfügung standen. Nun gut, irgendwann hatte ich dann einen freien Platz ergattert und dann ging’s los mit der Telefoniererei. Schwer und zäh ging die Arbeit heute vonstatten und nicht nur ich, sondern auch alle Kollegen mit denen ich zwischendurch mal ein paar Worte wechselte hatten heute den Eindruck das relativ viele Anrufer auf Krawall gebürstet waren. Na ja, schlussendlich habe ich diesen Tag auch überlebt und morgen beginnt das Spiel wieder von vorne.

Viel gelesen habe ich heute Nachmittag,

Kategorie: Hotel, geschrieben am 25. Mai 2008 von der Flaneur

aber leider nicht das, was ich eigentlich wollte, sondern einen Riesenberg von Buchungsanfragen und Buchungen. Na ja, selber schuld, kann ich nur sagen. Warum habe ich auch in einem Moment der totalen Sinnesverwirrung Ja gesagt, als mich die Chefin vor ein paar Wochen fragte, ob ich denn nicht in meiner Schicht, die Mails vom Wochenende kontrollieren könnte. Heute bestand der Stapel aber aus den Mails von der ganzen vergangenen Woche. Habe ich mich dann auch durchgewühlt und der werte Herr Pynchon muss dann eben noch bis nach dem Tatort warten.

Schön war’s heute Nachmittag

Kategorie: notiert, geschrieben am 24. Mai 2008 von der Flaneur

mal wieder im aller Ruhe zwischen dem Dockland und der Hafencity auf Fotopirsch zu gehen. Wie immer bin ich durchs Schanzenviertel gegangen, wo bei dem Superwetter die Straßencafes schon pickepacke voll waren. Im Florapark konnte ich dann an dem buntbemalten Kletterbunker nicht vorbei gehen, ohne ein Foto zu machen

Dann ging’s über die Bernstorffstraße und die Kleine Freiheit runter zum Hamburger Fischmarkt

Wenn ich schon mal hier unten bin, noch dazu bei strahlendem Sonnenschein, dann gehört ein Abstecher auf die Aussichtsplattform des Dockland sozusagen zum Pflichtprogramm

Und wenn man von oben auf den Beachclub Hamburg del Mar und die kleinen Boote schaut, die im Hafen herum schippern, da konnte man für einen Augenblick vergessen, dass man mitten in der Großstadt ist. Irgendwann hatte ich mich dann aber doch am Blick über den Hafen sattgesehen. Praktischerweise befindet sich ja beim Dockland eine Haltestelle der 62er-Fähre und nach gut 15 Minuten Bootsfahrt war ich beim Sandtorhöft, von wo es ja nur ein paar Schritte bis zur Kehrwiederspitze sind,

wo das Hanseatic Trade Center, den Anfang von Speicherstadt und Hafencity markiert.

Dem größten Bauprojekt Hamburgs musste ich natürlich auch einen Besuch abstatten. Schließlich war es mindestens zwei Monate her gewesen, dass ich zum letzten dort war. Die Bebauung am Kaiserkai dürfte in ein paar Monaten wohl fertig sein, ein fertiges Haus kann man schon mal hier bewundern (dass sich die Bewohner dieses Luxusappartements mit genau den gleichen schlampig arbeitenden Handwerkern herumschlagen müssen wie die Mieter eines 08/15-Neubaus kann man hier nachlesen)

Bewundert habe ich auch die Stahlskulptur Dialektik und Metamorphosis, die der Künstler Jörg Plickat im Auftrag der Kunstkompanie Hafencity geschaffen hat und die man jetzt im Grasbrookhafen sehen und bestaunen kann. Mittlerweile war ich von der ganzen Lauferei etwas müde geworden und schließlich musste auch noch der Nudelauflauf für’s Abendessen zubereitet werden, so dass ich mich auf den Weg ins heimatliche Eimsbüttel machte.

Am Rande der Speicherstadt gab’s dann zum Schluss noch zwei kleine Sachen, die ich dokumentieren musste: Angesichts der explodierenden Benzinpreise ist

zumindest ein Veranstalter von Stadtrundreisen zu einem traditionellen Fortbewegungsmittel zurückgekehrt. Und an einem Laternenpfahl fand ich eine sehr interessante Definition Freiheitsbegriff des Sängers Rainer von Vielen.

Die Titelstory im neuen Zeitmagazin ist einfach nur peinlich

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 23. Mai 2008 von der Flaneur

Ha, die kennste doch, war mein erster Gedanke als ich vorgestern das Zeitmagazin aus den Tiefen der Zeit herausfischte und die junge, schwarzhaarige Dame, die da, in dünnem Hemd und schweinchenrosafarbenem Slip, dekorativ mit Schlamm bespritzt, ein bißchen ungelenk posierend, in einer trüben Brühe stehend, betrachtete. “Miss Germany” schrie mir die Über/Unterschrift entgegen. Kurz umgeblättert und die dunkle Ahnung wurde zur Gewissheit, es war tatsächlich Charlotte Roche, denn mit der Protagonistin des Schmuddel-Feminismus hat sich die Redakteurin der Zeitbeilage auf eine Reise durch die Feuchtgebiete begeben. So lautete zumindest die Vorankündigung der Reportage. Wer aber jetzt am Kiosk 3,40 Euro berappt, um dann zu Hause im stillen Kämmerlein sich in hechelnder Erwartungshaltung auf diesen Artikel stürzt, in der Hoffnung noch mehr Details zu Hämorrhoiden, Sperma und Scheidensekret zu erfahren, der kann sich die Geldausgabe sparen. Ist nur ein Bericht über die Lesereise die Frau Roche gerade unternimmt und was erfahren wir? Ei, wer hätte das gedacht: mit öffentlichen Auskünften zu ihrem Intimleben hält sich Frau Roche, wie jeder halbwegs intelligente Mensch, zurück. Gut, ich kann’s ja verstehen, dass man im Zeitverlag auch mit einem etwas reißerischen Titelbild den Absatz ein wenig ankurbeln will, aber in diesem konkreten Fall finde ich das Spiel mit der (vermeintlichen) Erwartungshaltung der Leserschaft einfach nur plump und peinlich.