Archiv für Januar 2008

Für was ich mich nicht alles interessiere

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Januar 2008 von der Flaneur

Das habe ich gestern Abend gedacht, als ich noch einmal in meinen elektronischen Briefkasten schaute und dort eine Mail von der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg und dem dort angesiedelten Projekt “Kosenamen in Paarbeziehungen” vorfand. Nach 1.000 Befragungen können die Sprachwissenschaftler nun erste Ergebnisse vorlegen und wer jetzt wissen möchte, ob der Kosename mit dem man die/den Liebste(n) in den Momenten trauter Zweisamkeit anspricht, nun zum Mainstream oder mehr zu den exotischen Bezeichnungen gehört (interessant finde ich in dem Zusammenhang dass die Anrede “Viech” durchaus liebevoll-zärtlich gemeint sein kann), der klicke hier.

Über all dem ganzen Palaver in Hessen,

Kategorie: Politik, geschrieben am 30. Januar 2008 von der Flaneur

wer da mit wem reden möchte oder nicht, droht ja beinahe in Vergessenheit zu geraten, dass wir im 68er-Jubiläumsjahr sind. Zum Glück gibt’s die Frankfurter Rundschau und dort hat heute, anlässlich des fünfundsiebzigsten Jahrestages der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, der Historiker Götz Aly einen provokanten Artikel veröffentlicht, in dem er auf Analogien zwischen den revoltierenden Studenten von 1968 und den nationalsozialistischen Studenten hinweist. Da bin ich ja mal gespannt, welche Reaktionen dieser Aufsatz auslösen wird.

Ich habe abgetrieben

Kategorie: notiert, geschrieben am 30. Januar 2008 von der Flaneur

Über meinen Dauerkampf gegen die gurrenden, kackenden, gefiederten Großstadtratten, die sich meinen Balkon als bevorzugten Aufenthaltsort auserwählt haben, habe ich ja schon verschiedene Male berichtet. Jahreszeitlich bedingt halte ich mich momentan nur höchst selten dort auf, meistens öffne ich nur morgens zum Lüften die Balkontür, schaue dabei geflissentlich nur nach links um die Scheiße rechts nicht zu sehen. Gleichwohl stand seit einigen Tagen die erste Grobreinigung des Balkons auf meiner Liste der dringendst zu erledigen Dinge. Gut, das ist nun keine sonderlich angenehme Arbeit und ich habe sie schon eine Zeit vor mir her geschoben, aber heute gab es dann doch den entscheidenden Kick. Denn als ich mich auf den zwei Quadratmetern umsah, wollte ich meinen Augen nicht trauen, hatten die Viecher da doch schon wieder ein Nest gebaut, in dem auch schon zwei Eier lagen. Da wurden dann in Windeseile Müllsack, Kehrschaufel und Besen hervor geholt und der potenzielle Nachwuchs des Taubenpaares entsorgt. Und ja, ich kann eine klammheimliche Freude nicht verhehlen, als die beiden Viecher meinen Balkon anflogen, um ihre Brutarbeit fortzusetzen und feststellen mussten, dass da nichts mehr zum Brüten war. Gut, ihr lieben Tierschützer werdet jetzt aufschreien, dass das doch Tierquälerei sei und die Psyche der Tiere und das dies ein Eingriff in die Natur oder was weiß ich nicht alles sei. Da mögt ihr sicher Recht haben, aber ich habe nun mal schlicht und einfach keine Lust, im Frühjahr und im Sommer in knöcheltiefer Taubenkacke zu sitzen. Und wenn euch das Wohl dieser gurrenden Kackmaschinen so am Herzen liegt, dann schickt einfach eine Mail an mich, dann bekommt ihr gerne meine Adresse und ihr könnt euch mindestens einmal am Tag um die Hinterlassenschaft eurer gefiederten Lieblinge kümmern

Habermas, die Hessen-Wahl und Martin Heidegger

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Januar 2008 von der Flaneur

Ist es ein Zufall oder winkt jetzt doch eine geheimnisvolle, dunkle Macht mir zu, die mich auffodert, mich auf meine alten Tage noch mit der Philosophie Martin Heideggers auseinanderzusetzen? Offen gestanden, ich weiß es nicht. Es fing alles gestern Abend an, als ich noch für ein paar Minuten vor mich her sinnend auf dem Sofa saß und an das Ergebnis der Landtagswahlen in Hessen dachte. Wie komplizier die Lage doch dort ist, keiner weiss, wer mit wem die Regierung bilden kann, soll oder darf. Das Fünf-Parteien-System ist unübersichtlich, war meine spontane und, ich geb’s ja zu, nicht wirklich bahnbrechende Erkenntnis, die mir aber das richtige Stichwort lieferte, denn stand nicht irgendwo in meinem Bücherregal zwischen Dependenz- und Hegemonietheorie dieses kleine Suhrkamp-Bändchen von Jürgen Habermas, das den treffenden Titel “Die neue Unübersichtlichkeit” trug. Vielleicht hatte ja der große Frankfurter Philosoph bereits vor 13 Jahren Erhellendes zu den politischen Verhältnissen in Hessen gedacht und veröffentlicht. Das war natürlich nicht der Fall, die gedankliche Welt eines Jürgen Habermas ist doch etwas größer als das Farbenpuzzle unserer Politiker. Dennoch blieb das Buch über Nacht auf meinem Schreibtisch liegen, denn es ist ja immer wieder ein Gewinn, sich in die Habermasschen Gedankengänge zu vertiefen. Und so schlug ich denn vorhin das besagte Buch an einer beliebigen Stelle auf und las ein Interview, das Habermas mit der New Left Review geführt hatte und in dem es zu Beginn über die Frage ging, welche intellektuellen Einflüsse Habermas Denken geprägt haben. Das soll hier jetzt nicht im Einzelnen rekapituliert werden, wen es interessiert suche die einschlägigen Bibliotheken auf, dennoch ein Name darf hier nicht unerwähnt bleiben und zwar Martin Heidegger. Ich habe das Interview noch nicht zu Ende gelesen, denn sprunghaft, wie ich in meinen banalen Alltagshandlungen oft bin, fiel mir plötzlich ein, dass ich ja noch gar nicht nachgeschaut hatte, was in der Blogosphäre über Nacht alles so passiert war. Drei, vier Klicks und der Google Reader lieferte mir die gewünschten Informationen. Und plötzlich spürte ich wie “a faint cold fear thrills through my veins”, denn beim Schreibman sah und hörte ich ihn, dessen Namen ich vor wenigen Minuten bereits gelesen hatte. Wenn einem zweimal, innerhalb kürzester Zeit, aus völlig verschiedenen Richtungen, ein und dieselbe Peron über den Weg läuft, kann das doch wohl kein Zufall sein. Wie mystisch und geheimnisvoll ist doch mein Leben!

Nach langer Zeit,

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 28. Januar 2008 von der Flaneur

um genau zu sein, seit dem 15. Oktober 2007, hatte ich heute mal wieder einen neunstündigen Arbeitstag im Call-Center. Wenn ich in der Früh, um 7:20 Uhr in Ochsenzoll aus der U-Bahn steige und daran denke, dass ich in exakt zehn Stunden wieder die Bahn in Richtung Innenstadt besteigen werde, dann kommt mir die vor mir liegende Zeit so unendlich lang vor, dass ich aufpassen muss, mich da nicht im Handumdrehen in eine unendliche Verzweiflung hinein zu steigern. Doch sobald ich den ersten Anrufer habe, vergeht die Zeit doch wie im Fluge. Dann kommt schon die erste Pause, dann die zweite und die paar Minuten, die ich noch nach der dritten Pause zu arbeiten habe, die sitze ich dann auf einer Pobacke ab. Und wenn ich mich dann um 17 Uhr abmelde, frage ich mich, wo denn die Zeit geblieben ist. Was mich heute natürlich auch aufrecht gehalten hat, ist die wunderschöne Tatsache, dass ich in dieser Woche nur noch am Donnerstag für vier Stunden ins Call-Center muss und dann folgen eineinhalb Wochen süßen Nichtstun.

Da werden die Hessen

Kategorie: Politik, geschrieben am 27. Januar 2008 von der Flaneur

in den nächsten Tagen und Wochen, vorausgesetzt Die Linke schafft den Sprung in den Landtag, noch für aufgeregte Diskussionen sorgen. Wahrscheinlich wird es aber am Ende, wenn die Linkspartei tatsächlich den Einzug in den Hessischen Landtag schaffen sollte, auf eine Große Koalition unter Ypsilanti hinaus laufen, da bei allen anderen Dreierkombinationen - rot-rot-grün bzw schwarz-gelb-grün oder rot-gelb-grün - mindestens eine Partei strikt dagegen ist. Sollte sich die Linkspartei in Zukunft in der Fläche in den westlichen Bundesländern etablieren und die Ergebnisse in Hessen und Niedersachsen deuten darauf hin, dann muss die SPD ihr Verhältnis zur Linkspartei überdenken. Sie als politische Kraft zu verleugnen und die Wähler aufzufordern, die Truppe um Lafontaine und Gysi nicht zu wählen, das reicht spätestens seit heute nicht mehr als politische Strategie.

Nach einem ausgedehnten Lesenachmittag

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. Januar 2008 von der Flaneur

da hat so ein kurzer Spaziergang, begleitet von viel Wind und kräftigen Regenschauern eine durchaus belebende Wirkung. Wie weggeblasen sind die bleischweren Gedanken.

So ein arbeitsfreier Freitag,

Kategorie: notiert, geschrieben am 25. Januar 2008 von der Flaneur

dem dann auch noch ein arbeitsfreier Sonnabend folgt, das ist schon was Feines. Wochendeinkäufe erledigt bis auf ein, zwei Kleinigkeiten, in Ruhe zu Hause herum gekramt und jetzt werden die Beine hochgelegt und dann geht’s weiter mit der Geschichte Preußens. Und wie so oft, wenn ich mich mit einem Thema etwas intensiver beschäftige, finde ich Hinweise auf ergänzende Lektüren und Radiosendungen, wie zum Beispiel diese Sendung über das Verhältnis des deutschen Adels zum Nationalsozialismus.

Graues Wetter, trübe Stimmung

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 24. Januar 2008 von der Flaneur

und die Aussicht auf siebeneinhalb Stunden Call-Center löst nun auch nicht gerade Begeisterungsstürme in mir aus. Aber immerhin, in der Ferne ist schon das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Denn wenn ich heute Abend um 21:00 Uhr mein Headset abgenommen habe, dann ist nämlich bereits Wochenende für mich, bis Sonntagnachmittag, wenn es wieder ins Hotel geht.

Wenn der Veranstalter einer Lesung hofft,

Kategorie: notiert, geschrieben am 23. Januar 2008 von der Flaneur

den Lesenden wieder so weit beruhigen zu können, dass er bereit ist, seinen Vortrag fortzusetzen und jedem, der ab jetzt die Lesung stört, androht, ihn höchstpersönlich aus dem Saal zu schmeißen, dann kann es sich bei dem vortragenden Künstler nur um Nikolaus Nakszynski handeln. Auf Transatlantik.de, dem Blog der Verlagsgruppe Random House, gibt es einen kleinen Mitschnitt zum Reinhören. Was waren das damals für aufregende Zeiten.