Archiv für Dezember 2007

Das war 2008

Kategorie: notiert, geschrieben am 31. Dezember 2007 von der Flaneur

Während die meisten Menschen, ob nun bloggende oder nicht-bloggende, in den letzten Stunden des Jahres Rückschau halten und darüber sinnieren, ob es gut oder schlecht war, als sie am 25. Oktober acht Kartoffelpuffer mit Apfelmus verschlungen haben, wo sie doch eigentlich nur sechs essen wollten, bietet der Flaneur seinen Leserinnen und Lesern einen Vorblick auf das Jahr 2008 an, so dass, wer will, sich mit der Lektüre dieses Beitrages, den Besuch dieser Seite für die folgenden 365 Tage ersparen kann.

Allgemeine Trends

Generell wird das kommende Jahr durch ein Vielzahl von Einflussfaktoren geprägt sein, deren innerer Zusammenhang und wechselseitige Beeinflussung sich mir noch nicht vollständig erschlossen haben. So begehen wir 2008 einerseits das Jahr des Planeten Erde, wogegen ja prinzipiell nichts einzuwenden ist, wobei ich bislang ja gedacht habe, dass das eigentlich nicht an ein bestimmtes Jahr gebunden ist. Aber so kann man sich irren. Der Planet Erde wird bekanntlich nicht allein von uns Zweibeinern bewohnt, sondern unter anderem auch von der Erdmaus und so macht es denn auch Sinn, dass für die tibetische Astrologie 2008 das Jahr der Erdmaus ist. Gut, die Erde ist also von Mäusen und Menschen bewohnt und alle brauchen irgendetwas zum Futtern. Ob nun Erdmäuse und alle Menschen gerne Kartoffeln essen, darüber liegen dem Flaneur keine gesicherten Erkenntnisse vor, Fakt ist aber, dass man dem Erdapfel in den folgenden 365 Tagen besondere Aufmerksamkeit schenken sollte, denn schließlich ist 2008 auch das Jahr der Kartoffel. Wer isst, verdaut und seit seiner Kanzlerschaft wissen wir, dass entscheidend ist, was hinten rauskommt und, um den Gedankengang zu Ende zu führen, was man mit dieser Hinterlassenschaft anfängt. Da liegt es denn auch in der Kloschüssel auf der Hand, dass wir 2008 das Jahr der sanitären Grundversorgung begehen. Über Klos, Erdmäuse und Kartoffeln muss natürlich geredet werden, da gibt es keinerlei Vertun, sag ich mal. Doch manchmal fehlen einem beim Reden nicht nur die richtigen Worte, nein, es verschlägt dem einen oder anderen auch schlichtweg die Sprache, was vielleicht auch daran liegt, dass es die Sprache in der der eine oder andere spricht, vielleicht bald nicht mehr geben wird. Und deshalb ist für die Unesco 2008 das Jahr der Sprachen. Dänisch, Türkisch oder Suaheli, einer Gruppe von Menschen ist diese Sprachenvielfalt ziemlich egal, denn sie verständigen sich untereinander in der Sprache der Mathematik und die wird man im kommenden Jahr ziemlich häufig hören, denn 2008 ist auch das Jahr der Mathematik. Spätestens am 31. Dezember 2008 werden wir wissen, ob es uns gelungen ist, all diese Jahre unter einem Hut zu bringen.

Persönlich

Und wie wird 2008 für den Flaneur im Allgemeinen und Besonderem verlaufen? Nun, der friedfertige und phlegmatische Flaneur wird kämpfen müssen und zwar nicht gegen Rocky Balboa, sondern gegen einen ganzen Planeten und zwar den Saturn, denn der zerrt Unzufriedenheiten ans Licht. Wenn der Sommer vorbei ist, soll ich das aber alles überstanden haben. Klar, solche Kämpfe kosten Kraft und Energie und ich muss daran denken, die Akkus immer wieder aufzuladen und das mache ich mittels Spaziergänge und Meditation, was nichts anderes bedeutet, als dass es hier in Zukunft noch ruhiger zugehen wird als bisher. Ich sollte das mit dem Saturn aber nicht nur negativ sehen, letztendlich macht er mit mir ja nur Seelen-Peeling und zwischendurch sorgt ein kleiner Kobold namens Uranus für Abwechslung. All diejenigen, die mit mir eine Shoppingtour unternehmen wollen, seien hier schon einmal gewarnt, denn es kann sein, dass ich diese Verabredung mehrmals! ohne Angabe von Gründen!! einfach absage. Dieser Konsumverzicht wirkt sich natürlich positiv auf mein Konto aus, das, ich lese und staune, tiefschwarze Zahlen schreiben wird, was unter anderem auch daran liegt, dass Jupiter mir zu einem unerwarteten Geldsegen verhilft. Wenn im Frühling und Sommer bei mir die Hormone verrückt spielen sollten, dann werde ich daran denken, dass meine Verwirrung nur auf der physischen Anziehungskraft aber nicht auf (gegenseitiger) Liebe beruht. Ich selbst werde meine Anziehungskraft auf meine Mitmenschen dadurch erhöhen, indem ich mich bis zum Frühling mit Rosenwasser, im Frühling mit Moschusduft, im Sommer mit dem Aroma des Geißblattes und im Winter mit dem mystischen Duft des Sandelholzes parfümiere. Kurz und gut, für mich als Affe-Mensch bleibt im Jahr der Erdmaus alles im Lot.

Das war knapp

Kategorie: Hotel, geschrieben am 30. Dezember 2007 von der Flaneur

Der letzte Arbeitssonntag 2007 im Hotel war auch der arbeitsreichste. Klar, denn alle, die den Jahreswechsel am Hafen feiern wollen, reisen heute an. Über mangelnde Arbeit konnte ich mich heute Nachmittag also nicht beschweren. Und mitten im größten Getümmel, Rezeptionsbereich proppenvoll mit Gästen, die einen brauchten ein Taxi, die anderen wollten zum Musical, jemand verlangte nach einer Wärmflasche, also als der Bär steppte, da schrammte ich knapp am Supergau vorbei. Herein kamen drei Paare, freundliche Begrüßung, man sagte mir einen Namen auf dem drei Zimmer gebucht sein sollten. Ich schaute auf den Tagesspiegel - und sah nichts, ich schaute noch einmal - und sah immer noch nichts, sicherheitshalber fragte ich noch einmal nach dem Namen, ob ich mich vielleicht verhört hätte, aber das war nicht der Fall. Kurz und gut, für die sechs Leute, die da vor mir standen waren keine Zimmer gebucht worden und das Hotel ist komplett belegt. Ich hatte gerade die traurige Nachricht verkündet, als mir der Wortführer der Gruppe einen Brief von uns über den Tresen schob, wie das denn anginge, hier wäre doch unsere Bestätigung. Ein kurzer Blick auf das Schreiben und mir war klar, was passiert war: Das, was der gute Mann mir da zeigte, war keine Buchungsbestätigung sondern lediglich unsere Antwort auf seine Anfrage, ob wir über Silvester drei Doppelzimmer frei hätten, was damals zweifelsohne der Fall. Aber eine Anfrage ist nun mal keine Buchung. Jetzt war natürlich guter Rat teuer, denn irgendwie brauchten die Leute ja was zum Schlafen. Und so machten sich denn die Männer auf den Weg zur Touristinformation, um zu schauen, wo es in Hamburg noch drei freie Doppelzimmer gab, während die Damen von mir mit Kaffee und anteilnehmenden und hoffnungspendenden Worten getröstet wurden. Eine knappe halbe Stunde später war dann alles im grünen Bereich, denn ein Hotel, das nur zwei, drei Minuten von uns entfernt ist, waren noch drei Zimmer frei. Da hatten die guten Leute heute ein Riesenglück gehabt, würde ich mal sagen.

Vorletzter Arbeitstag für dieses Jahr

Kategorie: notiert, geschrieben am 29. Dezember 2007 von der Flaneur

Morgen Nachmittag geht’s noch einmal ins Hotel und dann wäre arbeitsmäßig das Jahr 2007 für mich erledigt. Auf Silvester und Neujahr freue ich mich schon, nicht wegen der Feierei, da findet bei mir nichts statt, sondern einzig und allein wegen der zwei freien Tage. Lesen, spazieren gehen, das vergangene Jahr in Ruhe Revue passieren lassen, das sind so die ungefähren Programmpunkte für den kommenden Montag und Dienstag

Lesefrüchte 2007

Kategorie: Lektüre, geschrieben am 28. Dezember 2007 von der Flaneur

Folgende 20 Bücher haben mich in den vergangenen zwölf Monaten in fremde Welten entführt. Eigenartig, dass mir manche Titel erst wieder einfielen, als ich mir die entsprechenden Lektürenotizen durchlas. Manche Bücher sind mir überhaupt nicht mehr präsent, bei anderen tauchen sofort bestimmte Bilder und Szenen vor meinem inneren Auge auf. Aber hier erst einmal die Lesefrüchte des Jahres 2007:

  1. Atwood: Der Report der Magd
  2. Becker: Jakob der Lügner
  3. Begley: Ehrensachen
  4. Boyd: Ruhelos
  5. Delius: Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde
  6. Greer: Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli
  7. Haushofer: Die Wand
  8. Hein: Herr Jensen steigt aus
  9. Hugo: Der Glöckner von Notre Dame
  10. Ishiguro: Alles, was wir geben mussten
  11. Keller: Die Leute von Seldwyla
  12. Köhler: Abendland
  13. Longo: Der Steingänger
  14. McCarthy: Die Straße
  15. Powers: Das Echo der Erinnerung
  16. Schenkel: Tannöd
  17. Schröder: Hau
  18. Schulze: Neue Leben
  19. Trojanow: Der Weltensammler
  20. Zweig: Meistererzählungen

Und welche drei Bücher haben mich am meisten beeindruckt. Abendland, von Michael Köhler gebührt hier auf jeden Fall und ohne zögern der Spitzenplatz. An zweiter Stelle steht die düstere Erzählung von McCarthy, knapp vor William Boyd mit seinem Spionageroman “Ruhelos”. Und tierisch gefreut habe ich mich, dass ich die Erzählungen von Stefan Zweig endlich gelesen habe. Die Schachnovelle und seinen Roman “Die Ungeduld des Herzen” kannte ich bereits von ihm, aber seine Erzählungen, die ja alle um das Thema Leidenschaft kreisen, waren eine wunderbare Leseerfahrung. Aktuell lese ich immer noch “Rummelplatz” von Werner Bräunig und wenn ich das durch habe, steht entweder ein Sachbuch, Preußen Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947 von Christopher Clark oder die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2007 Julia Francke mit ihrem Roman “Die Mittagsfrau” auf dem Programm. Und was danach kommt wird wie gewohnt spontan entschieden. Urs Augstburger habe ich mir schon einmal notiert, ebenso wie “Das Haus” von Mark Z. Danielewski, um das ich schon seit ein paar Monaten schleiche wie die Katze um den Milchnapf und den Großroman von Germar Grimsen.

Wenn Wissen den Blick auf die Wirklichkeit verändert

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. Dezember 2007 von der Flaneur

Vorhin war ich beim Aldi gewesen, um einen Teil meiner Wochenendeinkäufe zu erledigen. Das geht immer ziemlich schnell, was unter anderem daran liegt, dass das Geschäft gerade mal 200 m Luftlinie von meiner Wohnung entfernt liegt. Nun zeichnen sich die Ladenlokale dieses Discounter ja nicht durch eine besonders heimelige Atmosphäre aus, gehört doch gerade die Kargheit der Ausstattung zu den tragenden Elementen der Geschäftsphilosophie der Gebrüder Albrecht. Aber heute war es in diesem besagten Markt noch trister als sonst, oder vielleicht habe ich es auch nur so wahrgenommen, als ich an den nur noch spärlich gefüllten Regalen entlang ging, um meine Einkäufe zu erledigen. Denn eine Notiz am Eingang informierte mich und all die anderen Kunden darüber, dass dieser Markt am 31. 12. 2007 um 13:00 Uhr geschlossen wird. Nicht für immer, sondern um einen besseren, größeren und was weiß ich nicht noch alles Aldi-Markt Platz zu machen. Wie gesagt, ich finde es gibt nichts traurigeres als ein Geschäft zwei Tage vor seiner (vorübergehenden) Schließung. Die Mitarbeiter schleichen mit hängenden Mundwinkeln durch die Gänge, ebenso wie wir Kunden, die plötzlich gezwungen sind, unsere Einkaufswege neu zu organisieren und uns an andere Kassiererinnen im anderen Aldi gewöhnen müssen. Gut, das ist nun alles kein Drama und die Welt geht davon nicht unter, aber es ist halt doch eine Veränderung meines Alltags und soll deswegen nicht unerwähnt bleiben.

Culture-Counts

Kategorie: Entdeckungen, geschrieben am 28. Dezember 2007 von der Flaneur

In einem Interview mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister und jetzigem Professor für Politische Theorie, Julian Nida-Rümelin, findet sich ein Hinweis auf die Internetseite Culture-Counts. Schon der erste flüchtige Überblick macht neugierig und wenn ich dann noch in der Selbstdarstellung lese, dass es sich um ein “post-pessimistisches” Projekt handelt, dann rennt das natürlich bei mir offene Türen ein.

Wer gucken kann, ist klar im Vorteil

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. Dezember 2007 von der Flaneur

Gestern habe ich mir Blogdesk noch mal ein bisschen genauer angeschaut und festgestellt, dass alle Beiträge, die ich mit diesem Programm schreibe, automatisch auf meiner Festplatte gespeichert werden. Da hat sich das mit dem doppelten bloggen hier und da ab sofort erledigt.

Ab jetzt für immer?!

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. Dezember 2007 von der Flaneur

Komisch, wie wenig mich diese weitreichende Entscheidung innerlich berührt. Denn heute wurde mir mitgeteilt, dass mein Arbeitsverhältnis im Call-Center in ein unbefristetes umgewandelt wird. Gut, beruhigend ist es schon, zu wissen, dass das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit zunächst einmal nicht mehr so akut ist, denn welcher Arbeitsplatz ist heute noch hundertprozentig sicher. Aber Jubelsprünge habe ich nicht gemacht, als mir diese frohe Botschaft verkündet wurde. Da steckt dann doch zu wenig Herzblut meinerseits in diesem Job. Doch finanzielle Sicherheit ist gegeben und es hindert mich ja niemand daran, mich nach etwas Anderem umzusehen. Insofern sind die Aussichten für das kommende Jahr verhalten positiv.

Es ist für mich immer wieder faszinierend

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. Dezember 2007 von der Flaneur

wie rasch sich bei mir die Wirklichkeit in meine nächtlichen Träume drängt. Da lese ich, dass in Hamburg eine wichtige Brücke abgerissen wird und deshalb der Zugverkehr in Richtung Süden beeinträchtigt ist. Und prompt träume ich in der vergangenen Nacht, wie ich stundenlang irgendwo in der Pampa auf einem gottverlassenen Bahnhof stehe und voller Inbrunst zu allen Gottheiten, die mir in meiner Not einfallen, bete, dass jetzt bald ein Zug erscheinen möge, damit ich rechtzeitig im Call-Center ankomme.

Das Weihnachtsgeschäft

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. Dezember 2007 von der Flaneur

des Flaneurs verlief, mit ungeheuer viel Wohlwollen ausgedrückt, verhalten, um nicht zu sagen desaströs. Auf 0,70 Euro belaufen sich meine Einnahmen zwischen dem 1. und dem 25. Dezember 2007, die ich auf meiner Bücherseite mit den Amazon-Links erzielt habe. Da passt es denn auch wie die Faust auf’s Auge, dass das Buch, welches da über meine Seite käuflich erworben wurde Verlorene Illusionen heißt. Ich habe es im Sommer 2005 gelesen und meine Leseeindrücke findet ihr hier.