Archiv für das Themengebiet 'Hamburg'

Richtfest der Hamburger Elbphilharmonie

Kategorie: Hamburg, geschrieben am 29. Mai 2010 von der Flaneur

Elbphilharmonie November 2005

Im November 2005 habe ich das erste Mal Hamburgs künftigen Prachtbau, die Elbphilharmonie, die auf dem Kaispeicher A entstehen soll, fotografiert. Laut den ursprünglichen Planungen sollte der Bau eigentlich schon so gut wie fertig sein, aber an diesem Wochenende hat man erst einmal Richtfest gefeiert. Doch so richtige Feierlaune wollte bei den Anwesenden nicht aufkommen, denn mit der Verzögerung bei der Fertigstellung von Hamburgs neuem Wahrzeichen geht eine eklatante Kostensteigerung einher. Laut den ursprünglichen Planungen sollten sich die Kosten für den Prestigebau am Eingang zur Hafencity auf rund 186 Mio Euro belaufen, wovon 77 Mio Euro die öffentliche Hand zu tragen hätte. Bei diesem Schnäppchenpreis konnten Hamburgs Politiker nicht widerstehen. Denn was sollte man dafür nicht alles bekommen: einen Konzertsaal der absoluten Spitzenklasse, ein weiteres Luxuxhotel und dazu noch ein paar Luxuswohnungen, damit sich der internationale Jet-Set künftig Hamburg als Wohnort wählt und die kleine Stadt an der Elbe mit Lomdon, Paris und Sydney gleichzieht. Doch mittlerweile herrscht bei allen Projektbeteiligten Katzenjammer. Die Gesamtkosten dürften am Ende wohl bei 500 Mio Euro liegen und die Fertigstellung des Baus hat man vorerst auf 2013 verschoben, es könnte aber auch noch später werden. Architekten, Baukonzern und die Verantwortlichen im Hamburger Senat sind über die Kostenexplosion und die Zeitverzögerung mittlerweile heillos zerstritten. (Siehe hierzu auch den Wikipedia-Artikel) Ich selbst habe die entstehende Elbphilharmonie in den vergangenen Jahren immer wieder fotografiert und wer noch einmal sehen möchte, wie der Bau vom November 2005 bis heute herangewachsen ist, der klickt hier.

Elbphilharmonie - ein Fass ohne Boden

Kategorie: Hamburg, geschrieben am 29. März 2010 von der Flaneur

Elbphilharmonie

Ich gebe zu, ich finde es gut dass in Hamburg die Elbphilharmonie gebaut wird. Doch seit dem vergangenen Wochenende beschleichen mich doch erste Zweifel an diesem Prestigeobjekt. Denn ursprünglich sollte der Bau rund 77 Mio Euro kosten, mittlerweile sind für dieses Projekt rund 320 Mio Euro verpulvert worden und mit weiteren Kostensteigerungen ist zu rechnen. Ich kann ja verstehen, dass man bei solchen Großprojekten den ursprünglichen Kostenrahmen in der Regel nicht einhalten kann, aber eine Überschreitung um das Fünffache finde ich dann schon ziemlich krass. Dumm für uns Steuerzahler ist, dass der Bau mittlerweile schon so weit fortgeschritten ist, dass ein Baustopp wohl wenig Sinn machen dürfte. Also dürfte, trotz des Untersuchungsausschusses der jetzt zu dieser Frage eingerichtet wird, die stillschweigende Übereinkunft unter den Verantwortlichen lauten: Augen zu und durch. Ziehn wir das Ding durch, koste es, was es wolle.

Nix Revolution, nur Kunst

Kategorie: Hamburg, geschrieben am 13. März 2010 von der Flaneur

Che-Guevara-Skulptur

Es muss schon sehr lange her sein, dass ich den Hamburger Rathausmarkt überquert habe. Denn heute wollte ich meinen Augen nicht trauen, als ich dort den guten, alten Che vis-a-vis dem Bucerius Kunstforum und schräg gegenüber dem altehrwürdigen Hamburger Rathaus stehen sah. Hat der linke Flügel der GAL hier mitten im Zentrum der Hansestadt ein politisches Zeichen gesetzt, dass es auch in der Stadt der Pfeffersäcke voran geht mit der Revolution, fragte ich mich, als ich den Kampfgefährten Fidel Castros fotografierte. Die Recherche im Netz, als ich wieder zu Hause brachte dann die Ernüchterung. Die revolutionären Umtriebe werden in der Elbmetropole noch ein wenig auf sich warten lassen, denn die Che-Guevara-Skulptur ist Teil einer Ausstellung im Bucerius Kunstforum. Geschaffen wurde sie von Christian Jankowski.

Gute Nachricht

Kategorie: Hamburg, geschrieben am 11. März 2010 von der Flaneur

St. Stephanuskirche Eimsbüttel

Das ist doch mal eine gute Nachricht von der St. Stephanus-Kirche in Eimsbüttel. Nach der Entwidmung der Kirche stand das Gebäude jahrelang leer. Verschiedene Nutzungskonzepte vom Edelrestaurant bis hin zur Urnenstätte wurden diskutiert und wieder verworfen. Jetzt wird in der Kirche ein Nachbarschaftstreff mit Suppenküche aufgemacht. Das finde ich gut. Im April soll’s losgehen, dann werde ich dort mal vorbeischauen.

Zwischen Blau und Grau wusste Petrus

Kategorie: Hamburg, notiert, geschrieben am 6. März 2010 von der Flaneur

sich heute zunächst nicht zu entscheiden. Als ich heute Vormittag zu meinen kleinen Fotobummel aufbrach, war der Himmel strahlenblau. Das richtige Wetter, dachte ich mir, um mal wieder oben vom Michel ein paar Fotos zu machen. Gesagt, getan und nach einer guten halben Stunde stand ich oben auf der Plattform, wo schon ein heftiger Schneeschauer auf mich gewartet hatte

Blick auf die Außenalster Blick auf das Hamburger Rathaus

Lausig kalt war’s da oben, so dass ich es nur eine knappe Viertelstunde dort aushielt und in Anbetracht der widrigen Wetterverhältnisse schon überlegte, meine Fotoexkursion abzubrechen und mir einen faulen Samstag auf dem Sofa zu machen. Doch während ich mit dem Fahrstuhl wieder nach unten sauste, hatte Petrus seine Meinung geändert, denn als ich die Kirche verließ empfing mich ein strahlendblauer Himmel

Hamburger Michel im Winter

Doch Beständigkeit gehörte heute Vormittag nicht zu Petrus Stärken. Denn kurze Zeit später, ich hatte mich zwischenzeitlich entschieden mit der 62er-Fähre zum Dockland zu fahren, sah die Welt schon wieder dunkelgrau aus

Fähre im Hamburger Hafen

Die Aussichtsplattform beim Dockland war dann leider gesperrt, so dass ich meine Pläne kurzfristig ändern musste und so machte ich mich mit der S-Bahn auf den Weg zum Hafenmuseum auf der Veddel, um mir von dort aus der Ferne mal das Kreuzfahrtschiff MSC Magnifica anzusehen

Blick auf die MSC Magnifica

nur um feststellen zu müssen, dass diese Riesenpötte, egal ob sie nun Queen Elizabeth oder AIDA-Sonstnochwas heißen, alle gleich häßlich ausschauen.

Ein kurzer Besuch in der Hafencity

Kategorie: Hamburg, geschrieben am 3. März 2010 von der Flaneur

Marco-Polo-Tower in der Hafencity

Seit Ewigkeiten war ich nicht mehr in der Hafencity gewesen. Und da ich heute schon früh Feierabend hatte und das Wetter aller erste Sahne war, habe ich einen kurzen Abstecher zu den Marco-Polo-Terrassen gemacht und mich mal wieder daran versucht ein paar halbwegs befriedigende Aufnahmen bei wenig Licht hinzukriegen. Ich liebe es ja, an einem Werktag am Abend durch die Hafencity zu stromern. Die leeren Straßenfluchten, die erleuchteten Häuser aus Glas und Stahl, all das verleiht diesem Viertel eine ganz besondere Atmosphäre.

Was der Hamburger liebt

Kategorie: Hamburg, notiert, geschrieben am 13. Februar 2010 von der Flaneur

Schildvortriebsmaschine Trude

Den Norddeutschen im Allgemeinen und dem Hamburger im Besonderen wird ja vorgeworfen, zu tiefgehenden Gefühlsbekundungen nicht fähig zu sein. Hört man beispielsweise einen Hamburger nach einem Theater- oder Filmbesuch auf die Frage seines Begleiters, wie es ihm denn gefallen hätte, antworten: “Ja, war ganz okay.”, so kann man getrost davon ausgehen, dass das zuvor stattgefundene Ereignis von Bewohnern anderer Regionen schlichtweg als sensationell bezeichnet worden wäre. Diese zurückhaltende Mentalität der Hamburger kann man nun gut oder schlecht finden, man sollte aber nicht in den Fehler verfallen und denken, dass die Bewohner der Hansestadt zu tiefen Gefühlen nicht fähig seien. Doch während sich die Liebe der Thüringer, Bayern und der Ruhrpottbewohner beispielsweise auf das Offensichtliche, sprich auf Klöße, Weißbier und Curry-Wurst konzentriert, hegen wir in Hamburg eine stille, aber dafür um so tiefergehende Liebe zu den weitgehend unbekannten Dingen des Lebens, die im Verborgenen ihr Werk für die Allgemeinheit verrichten. Und im Zentrum dieser Liebe steht ein Gerät, das von seinen Schöpfern den nüchternen Namen Schildvortriebsmaschine bekommen hat, von den Bewohnern der Elbmetropole hingegen mit dem Kosenamen Trude benannt wurde. Und auch ich bin heute durch Schnee und Eis gestapft, um dieses Monstrum endlich mal in mein kleines Fotoarchiv einzufügen.

Bild des Tages: Hauptkirche St. Michaelis ohne Gerüst

Kategorie: Hamburg, notiert, geschrieben am 1. November 2009 von der Flaneur

Hamburger Michel

In den 30 Jahren, die ich mittlerweile in Hamburg lebe, war das Wahrzeichen der Hansestadt, die Hauptkirche St. Michaelis, bekannter unter dem Namen Hamburger Michel, gefühlte 365 Tage ohne Gerüst. Entweder war’s der Turm oder das Dach des Kirchenschiffs, das eingerüstet war. Nun scheinen die Renovierungsarbeiten aber offenbar zu Ende zu sein und man hat wieder einen freien Blick auf das Kirchengebäude. Fragt sich nur, wie lange. Denn mich würde es nicht wundern, wenn in ein paar Wochen die Gerüstbauer wieder loslegen, weil man dies und das vergessen hat.

Reise in die Terra Incognita

Kategorie: Hamburg, notiert, geschrieben am 4. Oktober 2009 von der Flaneur

Heute war ja mein letzter hotelfreier Sonntag und an diesem Tag wollte ich ausflugsmäßig noch etwas Besonderes machen. Lange hin und her überlegt, bis mir dann der rettende Einfall kam: Harburg hat ja auch einen Hafen! Rasch bei Google Maps nachgeschaut, wo sich dieser überhaupt befindet, denn ich muss gestehen, dass auf meiner Mental Map sich Harburg am Rande der bewohnten Welt befindet, sprich die Male, die ich in den knapp 30 Jahren, die ich nun schon in Hamburg wohne, in Hamburg-Harburg war, kann ich bequem an einer Hand abzählen.

Harburger Binnenhafen Harburger Binnenhafen

Harburger Binnenhafen Harburger Binnenhafen

Aber leider meinte es Petrus heute Nachmittag nicht gut mit mir, denn blauen Himmel gab es immer nur für ein paar Minuten und dann wurden die Himmelsschleusen weit geöffnet. Also keine guten Bedingungen für einen ausgedehnten Fotostreifzug. Aber der Anfang ist gemacht und wenn an einem der kommenden Wochenenden das Wetter besser ist, wird dieses Gebiet ausgiebig erkundet.

Guantanamo-Häftlinge in die Hafencity

Kategorie: Hamburg, notiert, geschrieben am 3. Oktober 2009 von der Flaneur

Hafencity Guantanamo Aufnahmelager

Beinahe hatte ich es übersehen, dieses große Hinweisschild am Rande der Brachfläche hinter dem Automuseum und als ich dann die Überschrift las, wollte ich zuerst meinen Augen nicht trauen. Oh mein Gott, was ist denn das nun schon wieder, war mein spontaner erster Gedanke. Aber im Gegensatz zum Alpenwiese-Projekt ist das GAC-Projekt eines ,das zum Nachdenken anregt und auch der Projektort ist gut gewählt, wie man dem Interview mit dem Initiator Christop Faulhaber entnehmen kann.