Ziellinie in Sicht

Kategorie: notiert, geschrieben am 3. September 2010 von der Flaneur

Noch einmal ins Hotel und fünf mal ins Call-Center und dann ist endlich Urlaub. Der ist auch nötig, denn der innere Akku pfeift mittlerweile aus dem letzten Loch.

Am Donnerstag erscheint Die Zeit

Kategorie: Alltagsrituale, geschrieben am 2. September 2010 von der Flaneur

und das ist Anlass für mein liebevoll gehegtes Donnerstag-Ritual. Es beginnt damit, dass ich mein Zeit-Exemplar nach Möglichkeit immer an meinem Stammkiosk kaufe, der von einer netten türkischen Familie betrieben wird. Am Donnerstagabend ist meistens immer das Familienoberhaupt, ein würdiger älterer Herr da. Woche für Woche, wenn ich ihm mein Exemplar mit dem zu zahlenden Geldbetrag auf den Tresen lege sagt er mit einem verschmitzten Lächeln seinen Spruch “Extra für Sie frisch gedruckt” auf und ich antworte dann schmunzelnd “Ach, das ist aber nett von Ihnen” und trolle mich dann nach Hause. Dort angekommen werden zunächst die unaufschiebbaren Alltagsdinge erledigt und wenn das dann getan ist, dann gibt es für mich nichts Schöneres an diesem Tag, als in Ruhe die Zeitschrift Seite für Seite durchzublättern und die Artikelüberschriften zu überfliegen. Kein einziger Artikel wird da gelesen, mag die Überschrift auch noch so interessant und verlockend sein. Denn mit der Lektüre wird erst am Wochenende begonnen, denn der Donnerstag dient einzig und allein zur Steigerung der Neugierde und der Vorfreude.

Gespräche jenseits von Sinn und Verstand

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 1. September 2010 von der Flaneur

Heute Abend habe ich folgendes Kundentelefonat geführt.

Kunde (aufgeregte, gereizte Stimme): Haben Sie auch eine andere Telefonnummer als die Hotline ?

Ich: Nein

Kunde: Können Sie mich zurückrufen ?

Ich: Tut mir leid, das ist nicht möglich.

Kunde (noch gereizter): Sie hören von mir.

Bei mir hat er sich dann aber nicht mehr gemeldet :-)

Heute habe ich mit Darth Vader gesprochen

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 31. August 2010 von der Flaneur

zumindest hatte die Stimme eines Kunden, der bei mir heute einen Auftrag gebucht hat, eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Vertreter der dunklen Seite der Macht :-)

Jungbrunnen Call-Center

Kategorie: Call-Center, geschrieben am 30. August 2010 von der Flaneur

Heute morgen habe ich mich so malade gefühlt, dass ich für ein paar Minuten ernsthaft überlegt habe, mich krank zu melden. Aber dann habe ich mir gut zu geredet und mich zum Call-Center geschleppt, wo ich die erste halbe Stunde dachte, ich halte das heute nicht durch. Aber je länger Arbeitstag voranschritt, umso besser fühlte ich mich und am Ende war dann aus dem Horror-Montag ein ganz normaler Arbeitstag geworden.

Endlich Ruhe

Kategorie: Hotel, geschrieben am 29. August 2010 von der Flaneur

im Hotel. Bis eben wirbelte die Chefin noch in der Lobby herum und da ist dann immer Hektik hoch drei angesagt, aber jetzt ist sie auf den Weg in die heimatlichen Gefilde und da an Anreisen während meiner Schicht so gut wie nichts mehr ansteht, dürfte das wohl mal wieder ein ruhiger Nachmittag werden. Passt mir aber ganz gut, denn so hundertprozentig fit fühle ich mich noch nicht.

Fieber habe ich nicht,

Kategorie: notiert, geschrieben am 28. August 2010 von der Flaneur

aber erkältungsbedingt ist der Kreislauf in den Keller gerauscht, fühle mich ein wenig malade und werde deshalb auf meinen ausgedehnten Nachmittagsspaziergang verzichten. Für die in solchen Fällen unverzichtbare Vitaminzufuhr gibt’s gleich eine Mascarpone-Himbeer- sowie eine Waldfrucht-Schnitte.

Unerwünschter Besuch kündigt sich an

Kategorie: notiert, geschrieben am 27. August 2010 von der Flaneur

Normalerweise bin ich zweimal im Jahr erkältet: einmal zu Beginn der kalten Jahreszeit, also irgendwann zwischen Mitte November und Anfang Dezember und dann noch einmal Ende Januar. Aber angesichts der Reibeisenstimme, mit der ich heute morgen Kunden und Kollegen erfreute, im Laufe des Tages wurde es dann aber besser, und dem Brummschädel der mich bis jetzt begleitet sowie der schniefenden Nase, deuten alle Anzeichen daraufhin, dass hier eine Erkältung im Anmarsch ist. Vertraue aber auf meine Abwehrkräfte, die ich aber, sicher ist sicher, morgen mit den bewährten Hausmitteln Zirone, Salbei und Ingwer bei ihrem heroischen Kampf unterstützen werde.

Bin einfach nur froh,

Kategorie: notiert, geschrieben am 26. August 2010 von der Flaneur

dass dieser Tag zu Ende ist.

Der letzte ? Anarchist

Kategorie: notiert, geschrieben am 25. August 2010 von der Flaneur

In der U-Bahn habe ich heute einen interessanten Aufsatz in der neuen Ausgabe von “Aus Politik und Zeitgeschichte” des Berliner Politologen Ekkehard Krippendorff gelesen. Der Essay bietet nicht viel neues, denn seit seiner radikalen Staatskritik, die er in seinem Werk Staat und Krieg: Die historische Logik politischer Unvernunft ausführlich dargelegt hat, ist das Anschreiben gegen den Staat zum Steckenpferd des altlinken FU-Professors geworden. Was ja auch völlig in Ordnung geht, denn eine Staatskritik von links kann ja nie ganz verkehrt sein. Was ich in oben erwähnten Aufsatz interessant fand und mich zum Nachdenken anregte, war der Gedanke Krippendorffs, inwieweit die zunehmende Multipolarisierung der Internationalen Beziehungen nicht auch dazu führen müsste, dass Internationale Politik, so wie sie bislang an den Universitäten gelehrt wird, mit ihrer (immer noch) staatszentrierten Ausrichtung, ganz neu gedacht und konzipiert werden müsste, sprich mit Einbeziehung von indigenen Gruppen und/oder Stämmen bzw Clans.
Denn das man mit einem auf den Staat zentrierten Sicherheits- und Entwicklungsmodell nicht überall auf der Welt weiterkommt, dafür bieten die “failing states” wie zum Beispiel Somalia und Afghanistan hinreichende Belege. Ist auf jeden Fall ein interessanter Gedankengang über den ich noch mal nachdenken muss.